Udo Berenbrinker leitet seit 35 Jahren die Tamala Clownschule. Sie ist eine von nur drei Akademien in Deutschland, die zu Clowns ausbildet. Berenbrinker selbst hat jahrelang als Clown, Straßenkünstler und Schauspieler gearbeitet.

Der 66-Jährige hat in dieser Zeit schon reichlich Bühnenerfahrung gesammelt. Bei den Einführungsseminaren macht er sich ein Bild von den angehenden Clowns. Wer sich gut anstellt, kann die Ausbildung zum Bühnen- oder Klinikclown beginnen.
Der 66-Jährige hat in dieser Zeit schon reichlich Bühnenerfahrung gesammelt. Bei den Einführungsseminaren macht er sich ein Bild von den angehenden Clowns. Wer sich gut anstellt, kann die Ausbildung zum Bühnen- oder Klinikclown beginnen. | Bild: Wetschera, Wiebke

Deshalb weiß er, worauf es bei Clowntalenten ankommt: "Lustig müssen Clowns nicht sein. Sie brauchen die Fähigkeit, sich verrückt darzustellen."

  • Verrückt und ungewöhnlich: Das erfordert auch die Lust am verrückten Denken, die die Clowns für ihre Arbeit brauchen. "Sie müssen den Mut haben, komisch zu sein", sagt Berenbrinker. Denn genau das würde das Publikum zum Lachen bringen. "Die Leute lachen, weil wir etwas Ungewöhnliches tun", sagt Berenbrinker. Deshalb muss ein angehender Clown Freude am Ungewöhnlichen haben.
  • Freude von innen: Auch eine positive Haltung sei dabei entscheidend. Man könne nur als Clown arbeiten, wenn man eine innere Freude ausstrahle. "Das ist viel Emotionsarbeit und man muss stark sein, um das zu machen", sagt Berenbrinker.
  • Gesellschaftskritik: In der Arbeit als Clown sieht der erfahrene Künstler auch eine gesellschaftskritische Aufgabe. "Ein Clown ist das Spiegelbild der Gesellschaft", sagt Berenbrinker. "Als Clown stelle ich ständig die Frage: Warum müssen wir so leben, wie wir leben?" Zu dieser Provokation müsse ein Clown bereit sein.
  • Improvisationstalent: Die Stücke der Bühnenclowns sind immer vorab einstudiert. Meist entstehen sie aber aus Improvisationen während der Vorbereitungsphase. Das Gefühl der Improvisation muss ein Clown auf die Bühne bringen können: "Ich muss genau wissen, was ich tue, und gleichzeitig so tun, als ob ich es nicht weiß", sagt Berenbrinker.
  • Kindliche Art: Für die Konzeption der Stücke ist dabei außerdem die Einfachheit entscheidend. Ein Grund, warum ein Clown einfach denken können muss. Eine kindliche, spontane und kreative Art sei dafür wichtig.
  • Körperliche Fitness: Auch körperlich sollte ein Clown fit sein, um sich seiner Rolle entsprechen bewegen zu können. "Das ist eine wichtige Voraussetzung, egal ob jemand 18 oder 60 Jahre alt ist."
  • Scham: Peinlich sein darf Clowns die verrückte Rolle auf der Bühne nicht. Die Scham sei bei der Ausbildung der Clowns meist aber kein Problem. so Berenbrinker. Diejenigen, die Clowns werden wollen, hätten davon ohnehin wenig oder würden diese überwinden wollen.
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