Südafrika: wunderschöne Landschaft, weitläufige Steppen, Giraffen, Elefanten. Aber auch: hungrige Kinder, arme Familien, Gewalt, Aids. Neun Konstanzer Studenten werden im September beide Seiten des Landes kennenlernen.

Eine Woche lang werden die Studenten der HTWG im südafrikanischen East London in der Gemeinde Mzamomhle verbringen. Dort werden sie das Projekt Catch – zu deutsch fangen – unterstützen und versuchen, die Lebenssituation vor Ort zu verbessern. Das Catch-Projekt besteht aus vielen kleineren Projekten, wie Leiterin Sue Davis in einer E-Mail aus Südafrika mitteilt: Kinder und Jugendliche werden zum Beispiel durch Hausaufgabenbetreuung und Sportangebote auf ihrem Bildungsweg unterstützt. Eltern können sich hier mit anderen Eltern austauschen und Frauen erarbeiten gemeinsam mit Mitarbeitern Themen wie Gesundheit und Menschenrechte. Ein wichtiger Aspekt ist die Grundversorgung: Pro Woche werden hier etwa 500 Kinder mit heißen Mahlzeiten versorgt. Franziska Barthold, die im September vor Ort sein wird, fasst diese Projektvielfalt folgendermaßen zusammen: „Catch ist eine Art Treffpunkt für die Leute aus Mzamomhle. Dort bekommen die Menschen Essen, Beratung und Hilfe.“

Unterstützen wollen die Studenten das Projekt einerseits, um „die Welt ein bisschen besser zu machen“ und andererseits, um Land und Leute kennenzulernen. „Ich entdecke gerne andere Länder und Kulturen“, sagt Anke Vatter, „und zwar nicht nur als Tourist.“ Johannes Frammelsberger stimmt ihr zu: „Durch so eine Projektarbeit bekommt man das Land ganz anders mit, als wenn man nur durchreist.“ Dafür sind die neun auch bereit, einen Teil ihrer Semesterferien und Ersparnisse herzugeben: Zahlen muss jeder Student die Reise selbst.

Das Projekt wird hier in Deutschland vom Career- and Project-Center (CPC) der HTWG begleitet. Das Center ist eine studentische Unternehmensberatung auf dem Campus, die das Projekt-Angebot der Fachhochschule stimuliert und koordiniert. Das CPC wählte die Gruppe aus, die dieses Jahr nach Südafrika fliegt. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Studenten, die das Catch-Projekt vor Ort unterstützten. „Allerdings sind wir die erste Gruppe, die eine ganze Woche dort bleibt“, so Anke Vatter. In den vergangenen Jahren unterstützten Konstanzer Studenten das Projekt laut Sue Davies durch Sportausrüstung, sechs Laptops und elf afrikanische Trommeln. Die Trommeln seien bei den Kindern ganz besonders beliebt.

Unterstützt werden die neun von zwei Professoren und einem vierköpfigen Studententeam. Simone Dreher ist Teil dieses Teams. Sie war selbst schon einmal in Afrika und kann den Reisenden viele Fragen beantworten, zum Beispiel zum Thema Sicherheit. "Während meiner Reise damals fuhren wir immer nur tagsüber mit dem Bus, denn da war es sicherer als nachts", erinnert sie sich.

Spenden möglich

Die Reisegruppe wird auch Spendengelder mitbringen, um in Afrika Sachspenden zu kaufen. „Wir haben bisher mit Waffelverkäufen Geld gesammelt und suchen jetzt nach Sponsoren“, so Simone Dreher. "Wer spenden möchte, sollte das am besten bis Mitte August tun." Kontakt über E-Mail: kontakt_cpc@htwg-konstanz.de