Konstanz Gute Nachrichten für Konstanzer Bahnfahrer: Mehr Expresszüge nach St. Gallen und Stuttgart

Im Expresstempo in die Ostschweizer Metropole und ohne Umsteigen in die Landeshauptstadt: Für Bahnreisende ab Konstanz bringt der Fahrplanwechsel gleich mehrere Verbesserungen.

Wer mit dem Zug von Konstanz in Richtung Schweiz wegfahren will, hat ab 11. Dezember nicht nur ein gleichbleibend gutes, sonder sogar ein deutlich verbessertes Angebot. Weil sich Stadt und Kreis Konstanz an den Kosten beteiligen, bleibt es bei den zusätzlichen Fahrten in Richtung Zürich, sodass von frühmorgens bis Mitternacht fast durchgehend ein 30-Minuten-Takt möglich ist. Große Verbesserungen gibt es bei der Express-Verbindung nach St. Gallen, die künftig siebenmal täglich fährt. Und ab 2019 richten die Nachbarn sogar einen echten Stundentakt auf der mit 35 Minuten Fahrzeit konkurrenzlos schnellen Linie ein – von 6 Uhr morgens bis 21 Uhr abends fährt dann ein Zug in das Ostschweizer Oberzentrum.

Die Fahrgastzahlen haben sich nach einer Aufstellung des Kantons Thurgau sehr gut entwickelt. Auf der Zürich-Linie hat sich die Zahl der Passagiere seit 2007 mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei etwa 2,2 Millionen pro Jahr. Die neue Direktlinie nach St. Gallen nutzten im Jahr 2016 demnach rund 150.000 Passagiere. Ab 2019 wird die Strecke nochmals attraktiver, weil die Züge dann bis Herisau weiterfahren, von wo aus gute Anschlüsse ins gesamte Appenzell bestehen. Die Fahrzeit von Konstanz nach Herisau beträgt dann nur 45 Minuten, heißt es in einem Schreiben der Thurgauer Kantonsverwaltung.

Auch auf der Zürich-Linie sind weitere Verbesserungen vorgesehen. Laut Kanton Thurgau fährt der Schweizer Interregio ab Dezember 2018 dann ohne Umsteigen weiter bis nach Luzern. Regierungsrat Werner Schönholzer schriebt dazu wörtlich: "Für die Stadt Konstanz erschließt sich so ein zusätzliches Tourismuspotenzial und die Möglichkeit, die Einkaufs-Parkplatzproblematik weiter zu entschärfen."

Der gute Bahnanschluss nach Zürich und St. Gallen kostet die Stadt Konstanz freilich immer mehr Geld. Der Kanton Thurgau forderte von Stadt und Landkreis, dass sie zusammen zehn Prozent der Kosten für Züge auf der Verbindung nach Zürich und bis zu 30 Prozent der Kosten für die neuen Schnellzüge nach St. Gallen übernehmen. Nach dem Kreistag hat nun auch der Gemeinderat zugestimmt, zumal der Kanton Thurgau ja ausdrücklich darauf verwiesen hatte, dass die Bahnverbindung Konstanz bei seinem Parkplatzproblem helfe. Für die Zürich-Linie beträgt der Konstanzer Beitrag rund 21 000 Euro im Jahr 2018 und knapp 18 000 Euro im Jahr 2019. Viel teuer ist der neue Schnellzug nach St. Gallen. Konstanz unterstützt die Linie im Jahr 2018 mit rund 90 000 Euro und 2019, wenn es dann den Stundentakt von morgens bis abends gibt, mit fast 290 000 Euro.

Während der Gemeinderat ohne Diskussion der Ausgabe zustimmte, waren im Technischen Ausschuss auch die Kosten kurz ein Thema. Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn entgegnete, die Zahlen des Kantons Thurgau zeigten, dass Konstanz von der neuen Linie nach St. Gallen besonders stark profitiere. Auch Jürgen Ruff (SPD) sprach von einer wichtigen Stärkung des Öffentlichen Verkehrs. Stephan Kühnle (Freie Grüne Liste) konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Wenigstens in eine Richtung" sei Konstanz per Bahn gut angebunden – damit rechtfertigte er zugleich die Kostenbeteiligung an den Schnellzügen und kritisierte die langen Fahrzeiten in Richtung Stuttgart oder Karlsruhe.

Neuer Direktzug auch nach Stuttgart

Nicht nur in Richtung Schweiz bringt der Fahrplanwechsel für Fahrgäste ab Konstanz Verbesserungen. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn kehrt ins Oberzentrum zurück.

  • Das neue Angebot: Ohne Mehrkosten für die Stadt Konstanz ist eine weitere Verbesserung für Bahnreisende. Ab 11. Dezember fahren fast täglich zwei durchgehende Intercitys von Konstanz nach Stuttgart. Das bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Stuttgart am Donnerstag. Dabei werden die neuen Doppelstock-Intercitywagen zum Einsatz kommen, die eher an die Regionalexpress-Waggons auf der Schwarzwaldbahn erinnern. Auf der Strecke Singen-Stuttgart, die aus Konstanz per Umsteigen erreicht wird, gibt es künftig jede Stunde einen Intercity, teils mit Schweizer Wagenmaterial.
  • Die genauen Verbindungen: Direkt von Konstanz nach Stuttgart geht es laut einem Bahn-Sprecher künftig montags bis samstags ab 6.04 Uhr (Stuttgart an 8.43 Uhr) sowie montags bis freitags zusätzlich ab 18.07 Uhr (Stuttgart an 20.43 Uhr). Zurück geht es ab Stuttgart montags bis freitags um 15.17 Uhr (Konstanz an 17.48 Uhr) sowie täglich außer samstags nochmals um 21.17 Uhr (Konstanz an 23.50 Uhr).
  • Die günstigsten Fahrkarten: Eine Vereinbarung mit dem Land macht es möglich, dass die neue Intercity-Verbindung von Konstanz nach Stuttgart mit einem normalen Nahverkehrs-Fahrschein benutzt werden kann. Damit gilt in dem Fernzug ausnahmsweise auch das Baden-Württemberg-Ticket oder das Wochenend-Ticket. Auch für Umsteigeverbindungen über Singen gilt diese Regelung. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Land macht sie möglich. Dabei erhält die Bahn aus Steuermitteln eine Entschädigung für die geringeren Einnahmen. (rau)

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