Viele hundert Besucher aus Allensbach und der Region hatten ihren Spaß beim Seetorfescht der Vereine auf und um den Rathausplatz. Jürgen Waidele am Freitagabend und die Tom Alex Band am Samstagabend sorgten für Superstimmung auf dem bestens gefüllten Festgelände. Wobei sich viele Besucher zusätzlich freuten, dass bei Tom Alex noch einmal der frühere Sänger Christoph Vollmer auf der Bühne war. Das Fischerstechen war wieder eine große Gaudi für Teilnehmer und Zuschauer. Und auch die neuen Angebote für Familien wie Hundevorführung und Feuerwehrschau am Sonntag wurden gut angenommen. Vor allem die Hüpfburg war ständig voller Kinder.

"Das ist das beste Fest der letzten Jahre", bilanzierte Edwin Braun, der Sprecher der Vereine. "Das hängt natürlich auch mit dem Superwetter zusammen." Auch Ludwig Egenhofer, Narrenpräsident und einer der Cheforganisatoren, meinte: "Es war ein gelungenes Fest, das mit Sicherheit nächstes Jahr fortgesetzt wird." 

Dass das Seetorfescht friedlich und fröhlich verlief, lag vor allem daran, dass die Besucher feierwillig und nicht streitsüchtig waren. Es habe keinen Ärger gegeben, erklärten Braun und Egenhofer erfreut. Zur Sicherheit war wie im Vorjahr eine professionelle Security im Einsatz. Dem Festspaß eher abträglich war dagegen eine kuriose Sicherheitsmaßnahme von Gemeinde und Polizei: Diese hatten als Absperrung auf der Straße große Container platziert. Damit sollte verhindert werden, dass möglicherweise – wie auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin – ein Attentäter mit großem Fahrzeug ins Festgelände rast.

Ob die Container so etwas aufgehalten hätten, ist zumindest fraglich. Und es ist nicht nachvollziehbar, warum die Allensbacher Vereine eine solch massive Absperrung als Auflage erhalten, während bei manchen anderen Festen simple Absperrgitter genügen. Egenhofer meinte, es ei klar, dass die Straße gesperrt werden müsse. "Aber das halten die Vereine für übertrieben." Poller hätten sicher gereicht. Die Vereine machten das Beste daraus. Sie hängten große Banner an die Metallklötze mit Willkommensgruß. Wobei Egenhofer erklärte, dass durch zunehmende Sicherheitsauflagen und Genehmigungen zusätzlich Kosten entstünden. Und das schmälert die Festeinnahmen, die für die Vereine wichtig sind.

Stefan Rothmund, Trainer der Ringer beim Kraftsportverein, erklärte: "Das Fest ist die Haupteinnahmequelle des Vereins. Damit finanzieren wir die Jugendarbeit und einen Großteil der Vereinsarbeit." Ähnlich Jann Wegner, der Kassierer des Musikvereins: "Die Kosten für Dirigent, Noten und Uniformen müssen irgendwie finanziert werden." Bei allen Vereinen war zu hören, sie seien zufrieden mit den Umsätzen.

Und das lag an zufriedenen Besuchern. Am Sonntagvormittag kam zunächst die Wortgottesfeier der katholischen Gemeinde gut an, die gestaltet wurde von Elisabeth Hausler, Sylvia Zwick und Bea Trenkle. Danach freuten sich viele Familien über neue Angebote für Kinder. Der junge Vater Mike Kugler meinte: "Das Fest ist super, für Kinder perfekt heute", während sich seine fünfjährigen Zwillinge in der Hüpfburg vergnügten. Da könnten Eltern entspannt sitzen und hätten die Kinder im Blick, so Kugler. Maximilian Freybler aus Singen sagte: "Die Atmosphäre ist super." Der Allensbacher Christoph Dargel war extra früher aus dem Urlaub zurückgekehrt, um vom Fest noch was zu erleben. Es habe sich gelohnt. Und Herbert Blum und Ute Hübner aus Markelfingen erklärten, wenigstens an einem Tag müsse man auf dem Seetorfescht sein. "Das ist ein Pflichtbesuch."


Popeye vor Kolibris

Das Fischerstechen gewannen vor rund 300 Zuschauern Sven Freudenberger und Nico Engelmann als Team Popeye. Sie setzten sich in einem hart umkämpften Finale gegen Ralf und Dario Gehweiler, die als zwei farbige Kolibris antraten, durch. Alle 16 Teams waren schön verkleidet. Den Kostümpreis gewannen Alex und Chris Hänsel im roten engen Gewand mit weißen Punkten als Team Arm aber sexy vom Sportverein Allensbach. Sie wurden zugleich Dritter gemeinsam mit dem Team Baywatch Tim Buck und Nicolai Rothmund vom Kraftsportverein. (toz)