Sie suchen ihr Glück auf dem Bodanrück. Was liegt da näher als sich den Namen Bodanglück zu geben? Sie, das sind vier Familien, die in Dettingen gemeinsam bauen wollen. Sie bilden eine sogenannte Baugemeinschaft, landläufig auch Baugruppe genannt.

Damit das Projekt auch umgesetzt werden kann, müssen sich noch zwei geeignete Familien finden, die mitmachen wollen.

Die Immobilie

Das passende Grundstück ist Teil des zukünftigen Neubaugebiets Brühläcker. Es liegt an der Brühlstraße und grenzt im Norden an ein Wohngebiet, im Osten an das Gewerbegebiet und im Westen an die freie Natur. Südlich davon befindet sich der Dettinger Wertstoffhof. Das Grundstück für die Baugemeinschaft liegt am nördlichen Ende der Brühläcker. Es ist rund 1000 Quadratmeter groß. Es bietet Platz für zwei Dreier-Reihenhäuser.

Das Grundstück der Baugemeinschaft Bodanglück befindet sich am nördlichen Ende der Dettinger Brühläcker.
Das Grundstück der Baugemeinschaft Bodanglück befindet sich am nördlichen Ende der Dettinger Brühläcker. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Die Gemeinschaft Bodanglück

Die Baugemeinschaft Bodanglück ist als Planungsgesellschaft des bürgerlichen Rechts gegründet, wie Joachim Krieg erläutert. Zusammen mit Jana Seifried ist er einer der zeichnungsberechtigten Geschäftsführer. Laut Krieg werden die Beschlüsse in der Gruppe einstimmig gefasst, die dann die beiden Geschäftsführer nach außen vertreten.

Der Vorvertrag

Im Technischen Rathaus hat die Baugemeinschaft Bodanglück zusammen mit Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn eine sogenannte Optionsvereinbarung unterzeichnet. Diese bekundet den beiderseitigen Willen, das eingereichte Konzept in Abstimmung mit der Stadtverwaltung bis zur Baueingabe weiter zu entwickeln.

Die Suche

Da es für die Verwirklichung des Bodanglück-Traums insgesamt sechs Familien benötigt werden, müssen noch weitere zwei gefunden werden. Unter anderem dafür steht der Baugruppe eine sogenannte Projektsteuerung zur Seite. Das sind Urban Heydler und Sigrun Blick vom Projektmanagementunternehmen "die bauhelfer" aus Allensbach. Sie haben auch die vier Familien zusammengeführt, die sich vorher nicht kannten.

"Interessenten können sich bei unseren Projektsteurern melden. Wir treffen uns dann mit ihnen und schauen ob’s passt", erläutert Jana Seifried die Vorgehensweise.

Die Gestaltung

Der Vertrag mit dem Architekt, der die Häuser für die Bodanglück-Gruppe gestalten soll, ist laut Jana Seifried unterschrieben. Um die Gewerke der sechs Wohnhäuser kümmert sich jeweils ein Handwerksbetrieb; somit haben beispielsweise alle sechs Familien den gleichen Elektriker.

"Die Außenfassade ist bereits grob skizziert. Das äußere Erscheinungsbild soll homogen sein. Für die Innenausstattung wird ein Standard definiert, an dem wir uns entlanghangeln. Es gibt aber die Möglichkeit darunter oder darüber zu gehen", berichtet Seifried.

Als Mindestenergiestandard sei KfW 55 geplant, erklärt Krieg. "Wir sind noch am Überlegen. Alles was darüber geht wäre toll", ergänzt er. Es soll einen gemeinsamen Außenbereich geben, auf dem sich die Familien treffen können. Die Kinder könnten dort frei herumspringen. "Die Grundstücksgröße ist überschaubar. Eine Grillstelle oder ein Spielplatz sind denkbar. Nicht dass jeder einen Palisadenzaun errichtet; sondern relativ offen gestalten", wünscht sich Joachim Krieg.

Das Amt

Das Amt für Stadtplanung und Umwelt (ASU) hat eine Stelle eingerichtet, die sich um Baugruppen kümmert. "Ich bin Ansprechpartner für alle Interessierte, also die Erstanlaufstelle", berichtet Martin Kratz. Er ist erreichbar per Telefon 07531 / 900-577 oder per E-Mail unter gemeinsambauen@konstanz.de

Die notwendigen Schritte

"Eine baugenehmigungsreife Planung muss vorliegen, dann kann der Kaufvertrag über das Grundstück unterzeichnet werden. Das wird ein knappes Jahr dauern. Die neuen Eigentümer können dann schnell bauen", erläutert Kratz. In dieser Zeit sollten auch zwei weitere Familien gefunden werden. "Bei gravierenden Veränderungen innerhalb der Gruppe müsste deren Anspruch gegebenenfalls neu bewertet werden", schränkt der Stadtplaner ein.

Die Zukunft von Baugemeinschaften

Baugemeinschaften sind Teil des Handlungsprogramms Wohnen. "Es wurde als zartes Pflänzchen beschlossen", erklärt Karl Langensteiner-Schönborn. Auf den städtischen, zu neuem Bauland entwickelten Flächen sollen rund zehn Prozent an Baugemeinschaften vergeben werden.

"Das hat super Potential. Es ist ein gutes Instrument, um Familien in Konstanz zu halten, sonst haben wir nur noch Studierende und Senioren hier. Wir glauben fest daran, dass das Bauen damit bezahlbarer wird", erläutert der Baubürgermeister.

Davon, dass die Idee tragen wird, ist Kratz überzeugt. Mittlerweile hätten sich mögliche Baugemeinschaften bei ihm gemeldet, die 20 oder gar 30 Mitglieder aufweisen könnten. Dafür müssten jedoch erst geeignete Grundstücke gefunden werden.

Die Kriterien für Baugemeinschaften

Die Stadtverwaltung fasst die Anfang 2018 vom Gemeinderat beschlossenen Kriterien für Baumgruppen so zusammen: Gesichtspunkte wie der Bezug der Baugemeinschaftsmitglieder zu Konstanz als Wohn- und Arbeitsort, die Förderung junger Familien und Menschen mit Behinderung bei der Wohnraumsuche und die Schaffung von dauerhaft günstigem Wohnraum wirken sich bei der Bewerbung positiv aus.

Bauliche Grundsätze wie ein hoher Energiestandard, Ressourcenschonung oder eine besondere Qualität der städtebaulich-freiräumlichen Einbindung in die Umgebung werden im Verfahren positiv bewertet. Gute Ideen aus der Mitte der Bewerbergruppen, die aus der Auseinandersetzung mit dem Quartier oder der Stadtgesellschaft entstehen, sollen gewürdigt werden.