Es braut sich was zusammen, nicht nur am regennassen Konstanzer Himmel. Die Fridays-for-Future-Demonstranten zeigen, dass sie mehr als nur ein laues Lüftchen sind. Bis zu 2000 Demonstrierende fanden sich nach erster Einschätzung der Polizei vor Ort am Freitag ein, um Politikern beim Thema Klima einzuheizen.

Bild: Jakob Boxler

Die Demonstranten kritisierten mit ihrem Zug regionale, nationale und globale Klimapolitik. Eine gewisse "Jetzt-erst-recht" Stimmung war zu spüren, nachdem Politiker wie Christian Lindner sich wie folgt zu den Protesten geäußert hatten:


Um die Schüler, die sich mit ihren Protesten auch bei Konstanzern nicht nur Freunde machen, zu unterstützen, waren bei der jetzigen Demonstration auch Parents for Future dabei, ebenso wie Scientists4Future, vertreten hier durch die Professoren Oliver Dürr von der HTWG und Malte Drescher von der Universität Konstanz.

So verlief die Demonstration

Beginn der Demonstration war um 11.30 Uhr am Herosé-Park. Viele waren dem Aufruf der Fridays-for-Future Team Konstanz nachgekommen und hatten nicht nur Schilder bemalt, sondern auch ihre Regenschirme.

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Der Kreativität waren auch bei den Schildern keine Grenzen gesetzt. Angefangen bei heimatsuchenden Polarbären...

Bild: Jakob Boxler

...über Kritik am Nichtstun der Politiker...

Bild: Jakob Boxler

...bis hin zur Erderwärmung, durch die der Planet heißer werde als manch ein Liebhaber.

Bild: Jakob Boxler

Obwohl es durch den Regen permanente Abkühlung von oben gab, erlosch der Ärger der Demonstranten über die Erwärmung des Planten nicht. Es wurde skandiert, gesungen, vereinzelt kam es auch zu Sitzblockaden.

Bild: Friday for Future

Die Strecke führte über die Fahrradbrücke, am Münster vorbei bis zur Marktstätte.

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Geplant war eigentlich eine Kooperation mit der Schweizer Gruppe der Klimaaktivisten. Die Schweizer Demonstrationsvorschriften unterscheiden sich allerdings von den deutschen, wodurch ein gemeinsamer Klimamarsch vorerst auf Eis gelegt ist.

Angekommen im Stadtgarten bildete sich eine Menschtraube unter den Schirmen, um den Kundgebungen zu lauschen.

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Es sprachen beide Vertreter der Scientists4Future. Sie betonten die Wichtigkeit und Richtigkeit des Themas. Sie, als "die Profis", könnten nur bestätigen, dass der Klimawandel voranschreite. Die Universität Konstanz hat in diesem Zusammenhang die Petition der Wissenschaftler als Institution unterschrieben und stellt sich damit hinter die Schüler.

Beide Professoren betonten aber, dass sie sich nicht nach vorne drängen wollten, sondern die Demonstranten in ihrem Vorhaben unterstützen.

In dieselbe Kerbe schlug auch der Vertreter der Parents for Future. Khayim Illia Perret sprach davon, dass es bereits "kurz vor 12" und die Jugendlichen auf dem "richtigen Weg" seien. Aber auch, dass die Eltern hier nur unterstützen würden und die Schüler sich "nicht einschüchtern" lassen sollten.

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Ein Teil des Organisatorenteams, Jannis Krüßmann und Julian Kratzer, formulierten im Anschluss noch ihre öffentlichen Forderungen an die Stadt Konstanz. Der Klimanotstand solle wie in der Stadt Basel auch in Konstanz ausgerufen werden. Mit der Resolution könnte sich die Stadt Konstanz der Eindämmung des Klimawandels verschreiben.

Des weiteren forderten sie die Teilhabe am European Energy Award, der Kommunen bei der Umsetzung von Klimazielen hilft.

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Mit dem Verlauf der Demonstration sind die beiden Initiatoren sehr zufrieden. Sie räumen zwar ein, Bedenken aufgrund des Wetters gehabt zu haben, aber an die 2000 Menschen sprechen für sie ein deutliche Sprache.

Ab jetzt soll alle zwei Wochen demonstriert werden. Ebenfalls soll bald eine national geltende Liste an Forderungen veröffentlicht werden. Man darf also gespannt sein, was die Freitag in Zukunft noch bringen. Denn für die Klimapolitik Deutschlands soll es weiterhin Gegenwind geben, trotz des schlechten Wetters.

Bild: Jakob Boxler