Sie sind an fast jedem Seeufer zu sehen: Stand-Up-Paddler. Meist jüngere Personen, die sich aufrecht auf einem Board stehend mit einem Paddel über das Wasser bewegen. Die Sportart liegt voll im Trend und neben dem Spaß bringt sie auch einen Bonus für die Gesundheit mit sich, wie Helmut Bauch, Inhaber der Konstanzer Surfschule Bauch, weiß. Durch die Drehbewegung des Oberkörpers werde die Rückenmuskulatur gestärkt. "Die Arme bleiben gerade, der Körper macht die Arbeit", erklärt der 73-Jährige, der den Sport ideal für alle Altersgruppen hält und deshalb auch "SUP über 70" anbietet. Die Sportart sei eine gute Alternative zum normalen Windsurfen und die breiteren Bretter sorgten für Übung in Sachen Balance halten.

Die Sicherheit darf natürlich für die Wassersportbegeisterten nicht zu kurz kommen. Deshalb bekommen alle, die einen Kurs machen oder sich ein Stehbrett leihen, die wichtigsten Regeln mit auf den Weg. Zum Beispiel, dass Schwimmwesten nötig sind, wenn sich ein Sportler weiter als 300 Meter vom Ufer weg entfernt oder dass sie nicht in die Schifffahrtsbereiche fahren dürfen. Sportgeräte wie SUP, Surfbretter oder Boote brauchen auch Kennzeichnungen, damit klar ist, wem oder wohin sie gehören, falls eines herrenlos aufgefunden wird. Denn der Benutzer könnte einen Unfall gehabt haben. „Es kann immer sein, dass jemand in Seenot gerät. Taucht ein Brett ohne Besitzer auf, dann können wir erst einmal versuchen, den Eigentümer zu erreichen, um herauszufinden, ob ein Unfall stattgefunden hat oder ob es einfach nur gestohlen wurde", sagt Markus Precht von der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen.

Catharina Dumkowski will Surf-Lehrerin werden und beherrscht auch das Stehpaddeln. Sie macht bei der Surfschule Bauch ein Praktikum.
Catharina Dumkowski will Surf-Lehrerin werden und beherrscht auch das Stehpaddeln. Sie macht bei der Surfschule Bauch ein Praktikum. | Bild: Ramona Löffler

Als Bestandteil der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung gilt diese Vorschrift seit 1973.

Wie Precht berichtet, gebe es jedoch selten Situationen, in denen unbeschriftete Fahrzeuge auf dem Wasser geborgen werden. „Meistens können die Besitzer im Notfall ausfindig gemacht werden“, so Precht. Ist am Stand-Up-Paddle-Board keine Kennzeichnung des Eigentümers vermerkt, gilt das als Ordnungswidrigkeit und wird mit einer Geldbuße bestraft. „66 Euro Strafe muss gezahlt werden, also kein billiger Spaß“, weiß Markus Precht. Wird ein Polizeieinsatz ausgelöst, der eigentlich vermeidbar gewesen wäre, muss der Eigentümer – wenn er ermittelt ist – im Nachhinein unter Umständen auch die Kosten für einen Einsatz zahlen.

Bei der Surfschule Bauch ist das kein Problem. Die Boards sind ganz groß mit dem Firmenlogo versehen und jene, die von ihren Besitzern am Ufer bei der Surfschule neben dem Hörlepark gelagert werden, müssen alle mit Kontaktinfos versehen sein. "Wir empfehlen allen, den Namen und die Telefonnummer mit einem wasserfesten Stift draufzuschreiben", sagt Helmut Bauch. Allgemein findet er aber zu den Vorschriften im Wassersport und der Schifffahrt, dass Manches überreglementiert sei. Er und seine Angestellten weisen bei der Ausleihe auf jeden Fall auf die wichtigsten Vorschriften hin, und wer ein Brett vor Ort lagert, muss unterschreiben, dass er mit der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung vertraut ist.

Interessanter Einblick: Helmut Bauch, Inhaber der Surfschule Bauch in Konstanz, zeigt das Innere eines aufblasbaren Stehpaddels.
Interessanter Einblick: Helmut Bauch, Inhaber der Surfschule Bauch in Konstanz, zeigt das Innere eines aufblasbaren Stehpaddels. | Bild: Ramona Löffler

Bauch bezeichnet seine Surfschule als "Ordnungsfaktor", denn er arbeite eng mit der Wasserschutzpolizei zusammen und weise auf Sicherheitsaspekte wie die Schwimmwesten hin. Außerdem helfe er mit einem Rettungsboot, wenn Wind die Sportler weit vom Ufer wegtreibt beziehungsweise ihnen eine Rückkehr erschwert. Der 73-Jährige kann in seinen Uferanlagen rund 100 Surfbretter unterbringen. Das Platzangebot helfe auch, das wilde Liegenlassen und Anschließen von Stehpaddel- oder Surfbrettern einzudämmen. Gleichzeitig vermeide dies das Problem, dass Bretter Sucheinsätze nach möglicherweise verunglückten Sportlern auslösen könnten.

 

Stand-Up-Paddling

Beim Stand-Up-Paddling (SUP), auch Stehpaddeln oder Stand-Up-Paddle-Surfing genannt, stehen die Wassersportler aufrecht auf einer Art Surfbrett. Sie bewegen sich mithilfe eines Stehpaddels vorwärts. Anfangs wurden vorhandene Longboards oder sogenannte Tandemboards aus dem Wellenreiten verwendet, weil sie genügend Auftrieb erzeugen, um das Gewicht des Sportlers mit Ausrüstung zu tragen. Mittlerweile gibt es spezielle Stehpaddel-Bretter. Auf dem Markt befinden sich Bretter in Längen zwischen 1,80 und über vier Metern, wobei sich das Volumen der Bretter zwischen 100 und 250 Litern bewegt. Auf einigen Boards können sogar mehrere Personen stehen. Es gibt auch feste Bretter und solche, die sich aufblasen und dann wieder sparsam zum Transport zusammenrollen lassen. Die Blattlänge des Paddels sollte etwa 20 Zentimeter länger sein, als der Sportler. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen und sie werden zum Beispiel aus Kunststoff, Holz oder Bambus angefertigt. (lip/löf)

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