Da sitzt er in der Allmannsdorfer Schul-Turnhalle, um ihn herum wuseln dutzende Kinder, überwiegend Jungs. Es ist laut und fröhlich, und zwischendrin ruht Franz Rombach. Und er scheint zu schwanken, ob er die quirlige Stimmung dieser Weihnachtsfeier genießen soll oder ob es ihm irgendwie doch nicht so recht ist, dass er jetzt gleich geehrt wird.

Doch als Thomas Schmidt, der amtierende Vorsitzende der Spielvereinigung Allmannsdorf, das Wort ergreift, freut sich der 92-Jährige doch ein wenig. Gleich wird er gewürdigt werden für 50 Jahre tätige Mitarbeit im Verein, er ist das letzte noch lebende aktive Gründungsmitglied.

Die Gründung der Spielvereinigung Allmannsdorf

Es wird still in der Halle, als Thomas Schmidt von der Bühne herunterkommt und auf seinen Vor-Vorgänger zugeht. Karl Rombach, der so viel Lebenzeit und -energie in den Sportverein gesteckt hat, ist nicht mehr gut zu Fuß, die Ehrung findet inmitten der Gäste statt.

Und sie gibt eine Idee davon, wie es 1967 war, einen Verein aufzubauen. Den Platz der Spielvereinigung, herrlich etwas erhöht am Ufer beim Wasserwerk gelegen, hat er mit eigenen Händen errichtet. Auch am bescheidenen Vereinsheim hat er mit angepackt; beides, Platz und Haus, teilt sich die Spielvereinigung inzwischen mit dem Rugby-Club.

Franz Rombach hat fast alle Ämter schon bekleidet

Auch nach den Gründungsjahren gab es viel zu tun, erinnert sich Franz Rombach. Er hat so ziemlich alle Ämter und Aufgaben, die ein Verein so zu bieten hat, im Laufe eines halben Jahrhunderts ausgeübt. Zum Ehrenpräsidenten hat ihn die Spielvereinigung, inzwischen fast 200 Mitglieder stark und mit unaufgeregt fleißigen Jugendmannschaften in mehreren Altersklassen im Sportleben der Stadt fest verankert, bereits vor Jahren ernannt.

Über die goldene Nadel zum 50-Jährigen, die Urkunde und den Ehrungsteller freut sich der Senior trotzdem. Ebenso, wie ihm das Gewimmel der Kinder gefällt. Er sehe es mit großer Freude, sagt Franz Rombach bedächtig, dass der, nein: sein, Verein so guten Zulauf habe. Und Thomas Schmidt sagt, dass Rombach bis heute an der Entwicklung regen Anteil nimmt: "Wir telefonieren immer wieder, denn das ganze Wissen von Franz ist unvergleichlich."

Für die Gemeinschaft

Wie selbstlos Rombach während fünf Jahrzehnten für die Spielvereinigung tätig war, zeigt sich in einem Detail. Denn Fußball hat er selbst in seinem Club nie in größerem Maße gespielt: "Ich habe das einfach für die Gemeinschaft gemacht", sagt der 92-Jährige. 

Wie wichtig ihm das Miteinander ist, zeigt sich unterdessen in noch einem Detail, das Rombach aus seinem Leben erzählt: Als er auch Jahre nach seiner Pensionierung in der Stadt unterwegs war, habe er sich immer besonders gefreut, wenn ihn auf der Straße jene Menschen freundlich grüßten, mit denen er beruflich zu tun hatte. Was daran besonders ist? Franz Rombach war Obergerichtsvollzieher.