Konstanz Film über Schließung des Scala Kinos könnte im Herbst auf die Leinwand kommen

Die Schließung des Konstanzer Filmkunstkinos Scala sorgte 2016 bei vielen für Unmut. Nun will ein Filmemacher dokumentieren, wie es zum Aus des Lichtspielhauses kam - mit prominenter Unterstützung.

Ende November ist der letzte Vorhang im Konstanzer Filmkunstkino Scala gefallen – nun soll ein Film von der umstrittenen Schließung erzählen. Regisseur Douglas Wolfsperger dreht seit vergangenem Jahr für den entsprechenden Dokumentarfilm in der Stadt am Bodensee, im Herbst könnte der Streifen auf die Leinwand kommen. „Unser Film soll die Entwicklungen in der Stadt vor und nach der Schließung zeigen“, sagt der 59-Jährige, der 1985 mit seinem Erstlingswerk „Lebe kreuz und sterbe quer“ im Konstanzer Scala Premiere feierte. „Hier macht Kommerz die Kultur kaputt.“

Gegen die Schließung des seit 1938 bestehenden Kinos hatte es Protest gegeben, eine Bürgerinitiative sammelte 2016 mehrere tausend Unterschriften. Viele Bürger fürchten, dass die Innenstadt mit dem Verlust des Programmkinos Individualität einbüßt. Am bisherigen Standort soll die Filiale einer Drogeriekette einziehen. Das Programm des Scala läuft seit Februar im Saal einer Kinokette im nahegelegenen Shopping-Center.

Wolfspergers Dokumentarfilm erhält prominente Unterstützung von der Schauspielerin Eva Mattes, die lange als Kommissarin Klara Blum im Konstanzer „Tatort“ zu sehen war. „Es macht mich traurig, dass dieses Stück Konstanzer Kinogeschichte nun zu Ende gehen soll“, teilte Mattes, die selbst im Film zu sehen sein soll, unlängst mit. „Dass dem Kino und seinen oft ganz besonderen Besuchern nun in einem Dokumentarfilm ein Denkmal gesetzt werden soll, mindert die Enttäuschung, dass die wunderschöne Konstanzer Altstadt noch mehr kommerzialisiert werden wird, zumindest ein wenig.“

Herzstück des 90-minütigen Films sollen Stammgäste wie Studenten oder Rentner sein - viele von ihnen kamen auch aus der Schweiz in das Lichtspielhaus. Daneben will Wolfsperger Porträts von Entscheidungsträgern und Kritikern der Schließung wie Oberbürgermeister Ulrich Burchardt (CDU) und Theaterintendant Christoph Nix stellen.

Die Stadt unterstützt den Film nach anfänglichem Zögern mit 17 500 Euro. Die Vorstellung des Projekts habe deutlich gemacht, „dass der Film die Scala-Schließung aus ganz unterschiedlichen Blickpunkten thematisieren wird und eine sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema stattfinden wird“, hieß es aus dem Rathaus. Der Schweizer Kanton Thurgau und die Stadt Kreuzlingen schießen umgerechnet gut 21 000 Euro zu. Wolfsperger zufolge fehlen noch rund 30 000 Euro zum Abschluss des Projekts, die er unter anderem mit Crowdfunding sammeln will. Rund 40 Prozent des Films seien inzwischen verwirklicht.

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