Konstanz Feuer zu Beginn der Fastenzeit: Der Fastenfunken wird am Samstag in Litzelstetten gezündet

Besucher können beim Aufbau des Funkenstapels zusehen. Kinder dürfen erst an einer Fackelwanderung teilnehmen und entzünden danach den Funken mit ihren Fackeln

Es ist ein alter Brauch, der in vielen Regionen begangen wird, die Fasnacht feiern, unter anderem im Schwarzwald, in Oberschwaben und im Raum der schwäbisch-alemannischen Fasnacht: das Abbrennen des Funkenfeuers am Sonntag nach Aschermittwoch.

Auch in Litzelstetten lebt diese Tradition, seit 30 Jahren (mit Ausnahme von 1991, als wegen des Irakkriegs auf die Fasnacht verzichtet wurde) brennt die Narrenzunft Kuckuck den Funken ab. Seit 1992 ist der Fanfarenzug für die Organisation zuständig.

Funken wird bereits am Samstag gezündet

Dieses Jahr soll der Funken wie schon im vergangenen Jahr bereits am Samstagabend gezündet werden, wie Stefan Okle, der mit dem Fanfarenzug an der Organisation beteiligt ist, berichtet. Diese organisatorische Änderung komme vor allem den Familien entgegen, die am Samstag mehr Zeit haben, oben am Purren zu bleiben und zu feiern. Auch Kinder dürften dann in der Regel etwas länger bleiben.

Bereits eine Woche, bevor der Funken gezündet wird, sind die 20 bis 25 Mitglieder des Fanfarenzugs im Wald unterwegs, um sich um das benötigte Holz für den Funken zu kümmern. Am Samstag beginnt dann der eigentliche Aufbau des Funkens, die Besucher können die Arbeiten direkt auf dem Purren beobachten. Die Bewirtung am Purren beginnt um 15 Uhr. Zuvor muss die gesamte Infrastruktur an den Purren gebracht werden, unter anderem die Stromaggregate, logistisch kein ganz leichtes Unterfangen.

Für Kinder gibt es eine Fackelwanderung

Kinder sind beim Funken in Litzelstetten nicht nur passive Zuschauer. Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Fackelwanderung geben, die um 18.45 Uhr am Wasserreservoir beginnt und bis zum Funken führt. Voraussichtlich wird der Fanfarenzug Allensbach die Kinder dabei begleiten. Nach dem Funkenspruch zünden die Kinder den Funken symbolisch an, manchmal reicht das Feuer der Fackeln auch schon, um das Funkenfeuer zu entzünden.

Das Funkenfeuer hat eine langjährige Tradition, wie es genau abläuft, ist jedoch von Region zu Region unterschiedlich. Früher, so berichtet es die Brauchtumsliteratur, sei es üblich gewesen, dass die Jungen aus dem Dorf von Haus zu Haus gegangen seien, um um Holz zu bitten. Sie hätten dann in der Regel dürres, nicht mehr verwertbares Holz bekommen, alte Christbäume oder Bretter. Das Funkenholz wurde grundsätzlich an einem zentralen, auf einer Bergkuppe angesiedelten Ort gesammelt und aufgeschichtet.

Das passiert an anderen Orten beim Funken

In manchen Orten wird auch heute eine Strohpuppe, die Funkenhexe, die mit Lumpen bekleidet ist, auf dem Holzstoß befestigt und mit dem Funkenfeuer verbrannt. Im Vorarlberg oder im Allgäu ist die Funkenhexe mit Schießpulver befüllt, damit sie dann explodiert. In der Schweiz wiederum, in Zürich und St. Gallen, wird der Böögg verbrannt, ebenfalls eine mit Schießpulver gefüllte Stoffpuppe.

Die Herkunft des Brauchs ist offenbar immer noch nicht genau geklärt. Zunächst gingen Historiker davon aus, dass es sich um ein heidnisch-germanisches Brauchtum handle mit der symbolischen Bedeutung, den Winter zu vertreiben. Neuere ethnologische Forschungen sehen allerdings eher eine Vermischung des heidnischen Brauchs mit christlichen Traditionen. Damit steht der Brauch in Zusammenhang mit dem Ende der Fasnacht und dem Beginn der Fastenzeit.

Zum Programm

  • Der Funken wird wie 2017 am Samstag, 17. Februar, auf dem Purren in Litzelstetten gezündet. Ab 15 Uhr bewirtet der Fanfarenzug der Narrenzunft Kuckuck am Purren. Um 18.45 Uhr beginnt eine Fackelwanderung für Kinder am Wasserreservoir, die vom Fanfarenzug Allensbach begleitet wird. Um 19 Uhr wird der Funken gezündet.
  • Weitere Feuer in der Umgebung: In Meersburg veranstaltet die Narrenzunft Schnabelgiere am Sonntag, 18. Februar, um 19 Uhr einen Funken am Wetterkreuz. In Überlingen-Nußdorf wird der Funken ebenfalls um 19 Uhr durch die Zimmermannsgilde auf dem Funkenplatz abgebrannt.

 

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