Noch lächelt Thi-Hoa-Bac-Bui ihre Kunden aus dem Inneren des Kiosk am Sternenplatz freundlich an. Doch ab September wird die 56-Jährige nicht mehr hier anzutreffen sein. "Die Feinstaubbelastung ist zu hoch für mich", erklärt die Pächterin, wieso sie nach nur rund einem halben Jahr den Kiosk verlassen muss. "Ich bin da sehr empfindlich." Die Vietnamesin ist eine bekannte Konstanzerin.

Erfahrene Kiosk-Pächterin

Bevor sie am Ebertplatz begann, führte sie mit ihrem Mann das viatnamesische Restaurant Pho in der Hindenburgstraße. Während er immer noch dort arbeitet, machte sie sich selbstständig. Als Kiosk-Betreiberin hatte sie langjährige Erfahrung: Von 2004 bis 2010 war sie in dieser Funktion am Döbele tätig. "Das macht mir sehr viel Spaß", erzählt sie. "Vielleicht kann ich wieder in einem Kiosk arbeiten."

Nur 300 Euro Miete

Die Stadt als Besitzer der Einrichtung bezeichnet sie als sehr fair. "Ich zahle nur 300 Euro Miete", berichtet Thi-Hoa-Bac-Bui. "Da bleiben nach Abzug von Versicherung, Strom, Miete, Müll und Telefon rund 700 bis 1000 Euro, von denen ich noch Steuern bezahlen muss." Sie arbeitet von Montag bis Samstag, jeweils von 7 bis 19 Uhr. Schüler kaufen bei ihr Monatskarten und Süßigkeiten, Geschäftsleute Kaffe und SÜDKURIER – ansonsten sind es zumeist Zigaretten und Bier, das über den Thresen gehen.

Lottolizenz nicht möglich

In der Ausschreibung der Stadt heißt es unter anderem: "Ein erweitertes Warenangebot von nicht typischen Kioskartikeln ist – sofern öffentlich rechtliche Gründe dem nicht entgegenstehen – möglich. Derzeit ist keine Lottolizenz verfügbar." Der Mietzins beträgt zwei Prozent des jährliches Nettoumsatzes für Tabakwaren zuzüglich sechs Prozent des jährlichen Nettoumsatzes für Presse und sonstige Artikel. Der Verkaufsraum wird mit Strom beheizt, es sind weder Wasser- noch Abwasseranschlüsse vorhanden.

Zubereitung von Speisen ebenfalls nicht

Nach Einschätzung des Amts für Verbraucherschutz und Verterinärwesen ist es nicht möglich, "ausreichende und hygienische Voraussetzungen für die Zubereitung und Abgabe von Speisen zu gewährleisten". Die jährliche Mindestmiete beträgt 2400 Euro. Das Mietverhältnis soll mit einer Festlaufzeit von fünf bis zehn Jahren mit anschließender automatischer Verlängerung um jeweils ein weiteres Jahr abgeschlossen werden.