Die Universität Konstanz jubelte im Juli zurecht.

Sie behält ihren Exzellenz-Status und bleibt somit ein Aushängeschild für Forschung und Wissenschaft mit bundesweiter Strahlkraft. Sie bietet eine Perspektive für zahlreiche befristet Beschäftigte, auch über das auslaufende Förderprogramm, die Exzellenzinitiative, hinaus.

Das sind die guten Nachrichten, aber neu sind sie nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Hängepartie, die ein Gefühl der Unsicherheit und Ungewissheit schafft

Die schlechten Nachrichten sind aktueller. Die Exzellenz schafft ein Gefühl der Unsicherheit und Ungewissheit unter den betroffenen Beschäftigten im nichtwissenschaftlichen Dienst.

Und das ist vor allem dem langen Vergabeprozess über das neue Förderprogramm, die Exzellenzstrategie, geschuldet. Hier sind Bund und Länder in der Pflicht, bei ähnlich gelagerten Entscheidungen künftig schneller zu Ergebnissen zu kommen. Denn dass auch zwei Monate vor dem Ende der befristeten Verträge die Höhe der tatsächlichen Fördersumme nicht feststeht, ist nichts anderes als ein Armutszeugnis.

Planungssicherheit existiert so weder für die Hochschulleitung noch für die Beschäftigten. Und das gilt nicht nur für Konstanz, sondern für alle künftigen Exzellenzuniversitäten.

Überbrückungsfinanzierung für zwei Jahre

Exzellent lief im Entscheidungsprozess selber also nicht viel ab. Der Grund liegt auch darin, dass sich Bund und Länder lange Zeit nicht einigen konnten auf ein verbindliches Nachfolgeprogramm für die Exzellenzinitiative, die eigentlich schon im Jahr 2017 hätte enden sollen.

Erst im Herbst 2016 fiel hierzu die Entscheidung, zwei Jahre musste die Finanzierung der Universitäten wegen des langwierigen Bewerbungsprozesses deswegen überbrückt werden – inklusive wiederholter Befristungen für die Beschäftigten.

Nicht alle Beschäftigten fühlen sich von der Hochschulleitung mitgenommen

Bund und Land rechtfertigen das mit der Komplexität des Verfahrens. Klar, es geht bei der Exzellenzstrategie um die Vergabe von Fördersummen in Milliardenhöhe. Dass hier entsprechend abgewogen werden muss, ist nachvollziehbar. Doch angesichts eines Bewerbungszeitraums von nunmehr drei Jahren geht eine derart späte Entscheidung vor allem zulasten der Beschäftigten.

In einer solchen Situation ist es dann unabdingbar, dass die Hochschulleitung das betroffene Personal an die Hand nimmt und bereits frühzeitig und transparent über das weitere Vorgehen informiert. Hier aber fühlten sich offenbar nicht alle Beschäftigten mitgenommen.