Es geht nicht in erster Linie um Technik, sondern um die größte gesellschaftliche Veränderung seit der industriellen Revolution. Fast jede Information ist jederzeit sofort verfügbar. So gut wie jede Ware und Dienstleistung kann von überall aus in Echtzeit bezogen und bezahlt werden. Kommunikation und Vernetzung ist nicht mehr an persönliche Begegnung gebunden. Zugleich sitzen rund 400 Gäste leibhaftig beinander, hören sich gerne persönlich an, was ein Redner aus Fleisch und Blut zu sagen hat: Das fünfte Unternehmerfrühstück am Donnerstagfrüh im Bodenseeforum hat ein Schlaglicht auf das Thema Digitalisierung geworfen.

Neben dem Netzwerken stand für die Gäste vor allem der Vortrag von Steffen Stäuber im Vordergrund. Der von Berlin aus tätige Berater beleuchtete in zehn Thesen das Thema, über das alle sprechen. Dass das Internet das tägliche Leben in immer weitere Verästelungen präge und dass diese Entwicklung zugleich nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu sehen sei, das schreibt er den Zuhörern zu früher Stunde ins Stammbuch. An klaren und mahnenden Worten lässt er es dabei nicht fehlen. Wer sich auf dem heutigen Erfolg ausruhe, laufe sehr schnell Gefahr, von der Wirklichkeit überrollt und vom Markt verdrängt zu werden, so Stäuber.

Auch Oberbürgermeister Uli Burchardt und Eric Thiel als Geschäftsführer der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH (MTK) sprachen von einem zentralen Thema für Wirtschaft und Gesellschaft. Burchardt erklärte, die Bewerbung beim Wettbewerb "Digitale Stadt" habe gezeigt, dass Konstanz für die Zukunft gut gerüstet sei. Viele Firmen und Institutionen hätten die Digitalisierung längst angenommen, und der Wirtschaftsstandort sei für die weitere Entwicklung attraktiv. Dass es nicht nur ums Geschäft, sondern auch um den Zusammenhalt in der Gesellschaft geht, machte Bettina Gräfin Bernadotte deutlich. Sie warb um Unterstützung und Mitarbeit bei der auf der Mainau ansässigen Mentor-Stiftung, die jungen Geflüchteten bei der Integration in Konstanz hilft.