Vorher etwas versteckt, jetzt ein strahlendes Bauwerk: Nach grundlegender Sanierung und Umbau ist das Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Konstanz-Wollmatingen in der Karlsruherstraße 10 nicht nur ein architektonisches Schmuckstück, sondern bietet vor allem die idealen Rahmenbedingungen als Zentrum für die Gemeinde. Die Fertigstellung des Bauwerks, in das rund 1,4 Millionen Euro investiert wurde, wird mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 1. Dezember, um 10 Uhr gefeiert. „Jeder darf sich herzlich eingeladen fühlen“, sagt Achim Weise, Mitglied des Bauausschusses.

Glücklich über die gelungene und zukunftweisende Sanierung ist auch Bauausschuss-Mitglied Willi Tellmann. „Es bestand dringender Renovationsbedarf“, erinnert er und Achim Weise erläutert: „Die Fenster waren desolat, das Dach undicht“ und das Gesamtgebäude, das 1979/1980 errichtet worden war, entsprach in keinerlei Hinsicht den energetischen Anforderungen. Die Kirchengemeinde entschied sich nicht nur für die Generalsanierung des Gemeindezentrums, sondern auch zum Umbau der Räumlichkeiten, um die entsprechenden Rahmenbedingungen für die gute und vielfältige Quartiersarbeit zu schaffen.

Ideale Grundlagen

Statt, wie von der evangelischen Landeskirche empfohlen, einen Architektenwettbewerb auszuloben, entschied sich der Kirchengemeinderat für einen Ideenwettbewerb mit Studierenden der HTWG. „Neun Entwürfe wurden eingereicht und wir haben uns – vor allem wegen des überzeugenden Raumkonzepts – für den Zweitplatzierten entschieden“, berichtet Willi Tellmann. Mit dem Konstanzer Atelier für Architektur Räther & Höfflin „haben wir einen Glücksgriff gemacht“, lobt Tellmann. Der Entwurf der Studierenden wurde ideal weiterentwickelt und auch die Abwicklung der Bautätigkeiten sei Dank des Architekten-Duos Sibylle Räther und Alex Höfflin reibungslos, ja sogar perfekt verlaufen.

Durchdachte Konzeption

Generalsanierung des Gemeindezentrums bedeutete in diesem Fall Entkernung des Gebäudes, inklusive Dacherneuerung, sowie die komplette Neuorganisation des Inneren, wie Architekt Alex Höfflin berichtet. Willi Tellmann und Achim Weise sind rundheraus begeistert von dem Ergebnis. Gemütlich und einladen ist das etwa 40 Quadratmeter große Café „Oase“. Dank der großen Glasschiebetüren kann man es bei schöner Witterung öffnen und gemütlich auf dem Vorplatz sitzen, so Weise. Wichtig ist den Bauausschuss-Mitgliedern auch er Andachtsraum und der große Saal, in welchem Gottesdienste gefeiert werden können und der deshalb mit Schwerhörigenschleife ausgestattet wurde. „Unsere Gemeinde arbeitet sehr intensiv in diesem Quartier, die Anwohner kommen gerne zum Gebet hierher und die rumänische Gemeinde nutzt unser Gemeindezentrum für Gottesdienste“, schildert Achim Weise. Auch vom neuen Untergeschoss sind die Bauausschussmitglieder begeistert, denn jetzt steht unter anderem auch eine große, komplett über Spenden finanzierte Küche zur Verfügung, die vor allem für die Kinder- und Jugendarbeit wichtig ist.

Große Unterstützung

1,4 Millionen Euro wurden in die Generalsanierung und den Umbau des Gemeindezentrums investiert. 40 Prozent übernehme die Landeskirche, 40 Prozent die Kirchengemeinde und 20 Prozent würde durch Kreditaufnahme finanziert, schildert Willi Tellmann, der der engagierten Gemeinde größten Dank ausspricht, denn: „110 000 Euro Spenden haben wir bekommen und etwa 62 000 Euro durch Eigenleistung erbracht.“ Viele engagierte Helfer hatten tatkräftig beim Bau mitgeholfen. „Abends und an den Wochenenden hat es hier gewuselt“, lächelt Willi Tellmann in Erinnerung an die vielen Ehrenamtlichen, darunter auch die Mitglieder der rumänischen Gemeinde, die ebenfalls zum Gelingen beigetragen haben, ebenso wie die regionalen Handwerker, die ihrerseits beste Leistungen erbracht haben.