Siemens wächst und kann nach vielen schwierigen Jahren auch den Kauf von Unternehmen stemmen: Die Konstanzer Konzerntochter Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics (SPPAL) hat eine Beratungs- und Softwarefirma aus Karlsruhe übernommen, die auch den Zugang zu neuen Geschäftsfeldern bieten kann. Zusammen mit der bereits 2015 erworbenen Firma Axit hat SPPAL das Karlsruher Unternehmen Locom übernommen, das mit Programmen für die Planung, Simulation und Optimierung von Lieferketten in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Locom hat rund 100 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Jahresumsatz von über acht Millionen Euro. Durch den Zukauf erhält Siemens auch Zugang zu zahlreichen großen und bekannten Kunden, die mit Locom-Produkten ihre Lieferketten steuern und verbessern.

Digitalisierung konkret: Die Übernahme verfolgt strategische Ziele

Der Firmen-Zukauf, über dessen finanzielle Details beide Seiten laut einer Pressemitteilung Stillschweigen vereinbart haben, ist für SPPAL ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung. Wurden in Konstanz früher vor allem Sortiermaschinen für Briefe und Pakete sowie später auch Fluggepäck gebaut, zielt das Unternehmen inzwischen genau auf die Prozesse hinter der eigentlichen Verarbeitung von Sendungen ab. Unter anderem, so SPPAL, geht es darum, ganze Lieferketten komplett zu digitalisieren und eine riesige Zahl von Informationen und Daten zu erfassen, auszuwerten und dann für unternehmerische Entscheidungen aufzubereiten. Die kann helfen, Zeit und Kosten zu sparen und auf Veränderungen zum Beispiel im Angebot oder in der Nachfrage schnell einzugehen.

Das Konstanzer Unternehmen bekommt nun Zugang zu zahlreichen neuen Kunden

Wie weit die Firmenübernahme reicht, zeigt ein Zukunftsszenario. Denn Locom hat, wie aus der Firmen-Internetseite hervorgeht, unter seinen Kunden neben vielen Logistik- und Dienstleistungsunternehmen auch namhafte Handels- und Konsumgüterkonzerne. Es könnte also sein, dass irgendwann in jedem dm-Windelpaket, in jeder Miele-Waschmaschine oder in einer Getränkeflasche von Coca-Cola ein ganz kleines Stück Konstanzer Wirtschaft steckt. Denn über Locom bekommt SPPAL nun Zugang auch zu solchen Kunden, deren Berührungspunkte mit den Sortieranlagen aus Konstanz bisher allenfalls indirekt über den Paket- oder Frachtversand war.

SPPAL-Chef Michael Reichle freut sich – auch weil das ein Zeichen der Stärke ist

Auch deshalb ist die Freude vor Ort groß. SPPAL-Geschäftsführer Michael Reichle lässt sich so zitieren: "Nach der Akquisition von Axit in 2015 ist dies ein weiterer, konsequenter Schritt zur strategischen Erweiterung unseres Angebots. Wir stärken hierdurch unsere Marktposition im wichtigen Wachstumsfeld der Digitalisierung in der Logistik. Wir planen, die Aktivitäten von Axit und Locom im neuen Geschäftsjahr in einer Gesellschaft zu bündeln. Gemeinsam mit den Kompetenzen von SPPAL sehen wir für unsere Kunden enormes Potenzial.“

Auf die Konstanzer Arbeitsplätze hat die Firmen-Übernahme keine Auswirkung

Zum Auf- oder Abbau von Arbeitsplätzen wird es in Konstanz nicht kommen, heißt es aus unternehmensnahen Kreisen. Auch die Vereinigung der Töchter Axit und Locom ist demnach eine Ergänzung, die keine Stellen kosten soll. Für Siemens, ist weiter zu hören, ist vor allem die breitere Basis im Beratungsgeschäft interessant, die Locom mitbringt. Zugleich soll es möglich sein, dass Kunden ihre Sendungen nicht nur in Echtzeit verfolgen können. Denn zur taktischen Ebene kommt nun die strategische, die bis hin zu Simulationen führen kann – etwa, wenn es darum geht, die Belieferung von Filialen für das anstehende Weihnachtsgeschäft so zu organisieren, dass immer genug Ware da ist, am 27. Dezember aber auch nicht mehr so viel übrig.

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