Es ist eine der schönsten Wanderrouten am ganzen Bodensee, doch seit drei Jahren verhindern Absperrungen und Schilder mehr oder weniger erfolgreich die Nutzung: Der Uferweg zwischen dem Konstanzer Ortsteil Wallhausen und Bodman, spektakulär gelegen am weitgehend naturbelassenen Südufer des Überlinger Sees, soll nach dem Willen von Stadtverwaltung und Kommunalpolitikern in Konstanz endlich wieder zugänglich gemacht werden. Denn es handle sich hier, wie Oberbürgermeister Uli Burchardt im Haupt- und Finanzausschuss des Konstanzer Gemeinderats betonte, eben nicht nur um eine Touristenattraktion, sondern auch ein wichtiges Angebot an die Einheimischen. "Stadt und Bürger haben ein ganz großes Interesse an diesem Weg", sagte er.

Viele Jahre ist es her, dass Kinder wie hier Julius und Pauline am diesem naturbelassenenen Uferstück des Überlinger Sees spielen konnten. Jetzt gibt es eine neue Bewegung: Wenn schon die Marienschlucht wohl dauerhaft gesperrt wird, kämpfen Politik und Verwaltung für die Öffnung der herrlichen Wanderroute zwischen Konstanz-Wallhausen und Bodman.
Viele Jahre ist es her, dass Kinder wie hier Julius und Pauline am diesem naturbelassenenen Uferstück des Überlinger Sees spielen konnten. Jetzt gibt es eine neue Bewegung: Wenn schon die Marienschlucht wohl dauerhaft gesperrt wird, kämpfen Politik und Verwaltung für die Öffnung der herrlichen Wanderroute zwischen Konstanz-Wallhausen und Bodman. | Bild: Jörg-Peter Rau

Konstanzer OB: Dieser Weg ist nicht nur für Touristen wichtig, sondern auch für Einheimische

Damit steigt der Druck, dass mehr als drei Jahre nach dem tödlichen Unfall in der Marienschlucht wenigstens ein Teil des attraktiven Gebiets wieder zugänglich wird. Der neue Vorstoß richtet sich vor allem an das Regierungspräsidium, aber auch an die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt und an die Forstverwaltung, so der Konstanzer Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn. Ziel sei es nicht, mit großartigen Wegebauten und Attraktionen in die Naturlandschaft einzugreifen.

Der wilde Charakter solle auf jeden Fall erhalten bleiben. Mit Schildern vom Muster "Begehen auf eigene Gefahr" sei es aber keinesfalls getan, so Langensteiner-Schönborn. Denn während zum Beispiel im Hochgebirge die Risiken für jeden Nutzer sofort ersichtlich seien, könne man von diesem Wissen am Bodenseeufer nicht ausgehen – zumal es die Geologie mit sich bringe, dass es auch Tage nach starkem Regen noch zu gefährlichen Rutschungen und Felsstürzen kommen könne.

Nie wieder zugänglich? Die Marienschlucht selbst wurde wenige Jahre nach dem Einbau neuer Treppen gesperrt. Die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung ist begrenzt.
Nie wieder zugänglich? Die Marienschlucht selbst wurde wenige Jahre nach dem Einbau neuer Treppen gesperrt. Die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung ist begrenzt. | Bild: Jörg-Peter Rau

Traurige Aussicht: Die Marienschlucht selbst bleibt wohl auf lange Zeit gesperrt

Dass die Schlucht selbst jemals wieder zugänglich wird, da hat OB Burchardt "wenig Hoffnung". Man unternehme zusammen mit den Gemeinden Bodman-Ludwigshafen und Allensbach große Anstrengungen – was sich auch daran zeigt, dass Konstanz mit dem geringsten Flächenanteil im betroffenen Gebiet sich trotzdem zu einem Drittel an den Kosten für Machbarkeitsstudien beteiligt. Immerhin sei Wallhausen ein Endpunkt des beliebten Wanderwegs. Damit es diesen irgendwann wieder geben kann, haben die Politiker auch einer Erhöhung des Konstanzer Beitrags um 10.000 auf nun 30.000 Euro zugestimmt. Sie dienen dazu, ein Gesamtkonzept für den Bereich zu erstellen.

Zutritt verboten: Seit drei Jahren ist der schöne Uferweg am Bodanrück für Wanderer gesperrt.
Zutritt verboten: Seit drei Jahren ist der schöne Uferweg am Bodanrück für Wanderer gesperrt. | Bild: Oliver Hanser

Am 25. Juli wollen alle Beteiligten noch einmal beraten, wie es weitergehen könnte

Allzu groß ist die Hoffnung bei den Stadträten allerdings nicht, dass das Naturparadies bald wieder zugänglich wird. "Ich fürchte, dass das noch ein jahrelanges Gewürge wird", sagte der CDU-Stadtrat und frühere Kreisvorsitzende Wolfgang Müller-Fehrenbach etwa. Um so wichtiger sei die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen, die bei einem Treffen am 25. Juli in Langenrain das weitere Vorgehen besprechen wollen: "Wir gehören zusammen". Peter Müller-Neff, Stadtrat der Konstanzer Freien Grünen Liste, zeigte unterdessen wenig Verständnis für die Sperrungen am Bodanrück: "Die Marienschlucht war schon immer gefährlich, das weiß ich seit meiner Kindheit."