Die Spitalkellerei Konstanz soll ab spätestens 2022 Wein ausschließlich biologisch anbauen. Zudem werde „ab sofort“ kein Glyphosat mehr eingesetzt. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Konstanz hervor, nachdem der SÜDKURIER kürzlich über das Thema berichtet hatte.

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Mit Verwunderung soll im Rathaus darauf reagiert worden sein, dass auf den Weinbergen rund um den Bismarcksteig nach wie vor der umstrittene Unkrautvernichter eingesetzt werde. Auch in diesem Frühjahr war dies punktuell der Fall, wie Leser des SÜDKURIER bemerkten und was die Pächter der Spitalkellerei daraufhin eingeräumt hatten. Der aktuelle Pachtvertrag – er läuft bis 2022 – erlaubt Glyphosat.

In Weinberg an der Sonnenhalde unterhalb der Grundschule: Unter den Reben sind auch in diesem Mai die Folgen des Einsatzes von Unkrautvernichtungsmitteln zu sehen. Bewirtschaftet wird die Rebfläche von der Spitalkellerei Konstanz.
In Weinberg an der Sonnenhalde unterhalb der Grundschule: Unter den Reben sind auch in diesem Mai die Folgen des Einsatzes von Unkrautvernichtungsmitteln zu sehen. Bewirtschaftet wird die Rebfläche von der Spitalkellerei Konstanz. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Die Spitalkellerei-Pächter Stephan Düringer und Hubert Böttcher erklärten vor etwa einer Woche noch, dass derzeit mitunter noch sinnvolle Alternativen zum punktuellen Einsatz von Glyphosat fehlten. Nun folgt die Kehrtwende und die Pächter erklären laut Mitteilung der Stadt den sofortigen Verzicht.

Blieben Düringer und Böttcher auch nach 2022 Pächter, könnte eine zweite Herausforderung auf die beiden Winzer zukommen. Denn nach einem Gespräch zwischen Oberbürgermeister Uli Burchardt und Spitalstiftungs-Direktor Andreas Voß wurde das Ziel vereinbart, „spätestens ab 2022“ und damit nach Ablauf des aktuellen Vertrags auf biologischen Anbau umzustellen.

Laut Stadtverwaltung soll die Ausrichtung der Kellerei auf ein Bio-Modell in den kommenden Monaten geklärt werden. Vorbehaltlich der Entscheidung des Spitalausschusses soll die Umstellung dann verbindlich festgeschrieben werden.

Schon seit längerem nutzt die Spitalkellerei alternative Methoden, um sich vom konventionellen Anbau zu verabschieden. Beispielsweise eine Rollhacke zur Entfernung von Unkraut.

Stephan Düringer (im Bild), Pächter der Spitalkellerei, bewirtschaftet die Weinberge mit seinem Kollegen Hubert Böttcher inzwischen auch mit einer an einem Traktor befestigten Rollhacke.
Stephan Düringer (im Bild), Pächter der Spitalkellerei, bewirtschaftet die Weinberge mit seinem Kollegen Hubert Böttcher inzwischen auch mit einer an einem Traktor befestigten Rollhacke. | Bild: Rebecca Koellner

Gleichzeitig betonten die beiden Pächter zuletzt, dass eine Komplett-Umstellung auf Bio angesichts der wirtschaftlichen Folgen noch ein zu hohes Risiko sei und die Verbraucher diese über höhere Preise für den Wein auch mittragen müssten.