Ab Dienstag, 3. Juli, wird es nicht nur für Autofahrer ein Stück mühsamer, in die Konstanzer Altstadt zu kommen. Denn die Stadtverwaltung hält an dem Plan fest, den Rheinsteig für vier Tage voll zu sperren, um die seit 13 Monaten andauernde Baustelle endlich abschließen zu können. Das teilte die Verwaltung am Donnerstag mit. Der Kritik der CDU, die unter anderem mit Problemen für Rettungs- und Pflegedienste und drohenden Staus auf den Alternativstrecken argumentiert, hält sie entgegen: Es gehe, auch nach umfassender Prüfung von Alternativen, einfach nicht anders.

Nicht alle Akteure wurden frühzeitig eingebunden

Allerdings sind damit die Irritationen nicht aus der Welt geschafft. Denn die Verwaltung hatte die enorm lange Bauzeit von mehr als einem Jahr für eine Strecke von gerade einmal 400 Metern auch damit begründet, dass durch den gestaffelten Ablauf ausdrücklich auf Vollsperrungen verzichtet werden könne. So erfuhren neben den Anwohnern und anderen Betroffenen auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung aus dem SÜDKURIER von der geplanten Sperrung.

Die Stadtwerke waren dagegen schon früher eingebunden: Für den Busverkehr ist ein Ersatzfahrplan schon seit längerer Zeit in Arbeit. Er sieht vor, dass alle Busse über die Konzilstraße zum Bahnhof fahren. Wenden müssen sie dann über die Bahnhof- und Sigismundstraße, die gerade von Touristen meist als Teil der Fußgängerzone wahrgenommen werden.

Tiefbauamt prüfte gleich mehrere Alternativen

In einem Schreiben an die CDU belegt das Tiefbauamt, dass es sich sehr viel Mühe mit dem Thema gegeben und viele Ideen geprüft hat: So könne auch Nachtarbeit die Sperrung nicht verhindern, bringe aber höhere Kosten mit sich und verursache viel Lärm. Auch eine Verlegung aufs Wochenende sei nicht sinnvoll, da die Lieferung schwierig sei und ebenfalls viele Autofahrer behindert würden.

Den Rheinsteig nur halbseitig zu sperren komme nicht in Frage, da dies schlicht zu gefährlich sei: Die Restfahrbahn wäre in diesem Fall nur 1,80 Meter breit. Einsatzfahrzeuge hätten aber auch während der Vollsperrung die Möglichkeit, "jederzeit den Rheinsteig zu befahren", entgegnet die Verwaltung auf die Bedenken der CDU.

Die Polizei wurde von der Stadt frühzeitig informiert

Die Polizei war laut Wolfgang Seez, dem Leiter des Tiefbauamts, im Vorfeld eingebunden, ebenso die Baufirma und das Bürgeramt als Straßenverkehrsbehörde. Die Anwohner dagegen wurden bisher von der Stadt nicht über die Vollsperrung in Kenntnis gesetzt.

"Es erfolgt eine umfassende Information der Betroffenen und Anlieger", verspricht die Verwaltung in der Antwort an die CDU. Deren Stadtrat Wolfgang Müller-Fehrenbach hoffte am Donnerstagnachmittag noch, es könne vielleicht noch eine bessere Lösung, möglicherweise mit einer verkürzten Dauer der Vollsperrung, gefunden werden.