Nein, die Fundamente für das geplante Luxus-Gesundheitshotel werden die Bagger nicht vorbereiten. Ab Montag werden sie auf dem Büdingen-Areal vielmehr den Achäologen dabei helfen, mögliche Bodenfunde aus vergangenen Zeiten zu entdecken. Denn bevor auf dem 70 000 Quadratmeter großen Gelände etwas gebaut werden darf, muss es zunächst auf Geschichtszeugnisse untersucht werden – das ist gesetzlich so vorgeschrieben.

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Investor Hans Jürg Buff kann die Arbeiten anlaufen lassen, obwohl er noch keinen Bauantrag gestellt hat, wie er erklärt. Doch lange soll es auch bis zu diesem Schritt nicht mehr dauern: Die Einreichung eines Baugesuchs bei der Stadtverwaltung stehe unmittelbar bevor, sagt er. In den nächsten Tagen werde er die Unterlagen abgeben. Wie groß er tatsächlich bauen will, ist noch offen. Zuletzt deutete sich an, dass das Volumen knapp unter 60 000 Kubikmetern liegen könnte. Der Bebauungsplan sieht 53 000 Kubikmeter vor, die Verwaltung kann aber Abweichungen genehmigen.

Möglicherweise ist durch frühere Bauarbeiten schon viel verändert

Was die Archäologen finden könnten, ist vor Beginn der Arbeiten unklar. So war ein Teil der Fläche bereits im 19. Jahrhundert schon einmal bebaut worden. Das zeitweise als Sanatorium Dr. Büdingen und zuletzt als Konstanzer Hof bekannte Gebäude wurde 1971 abgerissen. Bereits durch diesen Bau könnte der Untergrund stark verändert worden sein. Und anders als die historischen Siedlungskerne lag das heutige Baugelände eher am Rand der Stadt. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass die Experten etwas Bedeutsames finden, zumal sie sich längst nicht mehr nur für Funde aus der Antike und dem frühen Mittelalter interessieren.

 

Wenn Wertvolles gefunden wird, muss Buff es beim Land abliefern

Untersucht wird nach Buffs Angaben zunächst ein Teilbereich von etwa 150 mal 150 Meter Größe. Wie lange die Arbeiten dauern, hängt wesentlich davon ab, ob die Archäologen etwas Bedeutsames finden. Sollte es aber zu überraschenden und vielleicht sogar wertvollen Funden kommen, kann Grundstückseigner Buff damit nicht seine Bau-Kasse aufbessern: Die Stücke gingen in den Besitz des Landes Baden-Württemberg über, denn hier greift Paragraph 23 des Denkmalschutzgesetzes. Die Grabungsarbeiten muss der Bauherr dennoch voll bezahlen.

Ortstermin mit Bürgern auf dem Areal Büdingen Konstanz. Investor Hans Jürg Buff will dort ein Luxushotel bauen. Kritiker wollen den Park schützen. (Aufnahme vom 20.03.2018)
Ortstermin mit Bürgern auf dem Areal Büdingen Konstanz. Investor Hans Jürg Buff will dort ein Luxushotel bauen. Kritiker wollen den Park schützen. (Aufnahme vom 20.03.2018) | Bild: Rau, Jörg-Peter

Unterdessen gehen bei Investor Buff und seinem Architekten Pablo Horvath die Vorarbeiten für das Projekt weiter. Mit dem Bauantrag werde er aber nicht alle der teils seit Monaten geforderten Dokumente abgeben können, sagt Buff auf Nachfrage. So sei der Grünplan für den Park mit seinem wertvollen Baumbestand noch nicht fertig. Er werde den Plan, der auch die öffentlich nutzbaren Wege und den Erhalt von Naturdenkmälern aufzeigen soll, aber bei der Sitzung des Gestaltungsbeirats am 25. Juli vorstellen. Diese Forderung hatten die Mitglieder des Beirats bereits am 16. Mai erhoben. Hintergrund ist, dass der Bebauungsplan eine Öffnung des Areals für die Allgemeinheit vorschreibt und zugleich vor allem beim Verein Bürgerpark Büdingen die Zweifel nicht ausgeräumt sind, in welchem Umfang Buff die Bäume wirklich erhalten will.