Der gelernte Maschinenschlosser, der einige Jahre auf der Straße gelebt und sich in der Tagesstätte am Lutherplatz für Obdachlose sowie in der Karawane gegen Armut und Ausgrenzung engagiert hatte, ist überraschend im Alter von 59 Jahren gestorben. Mit seinem Rauschebart fiel Uli Wörner auf. Er hatte keine Scheu, öffentlich zu sagen, dass er zeitweise obdachlos war. Für eine Fotoserie zum Thema Armut hatte er sich im Jahr 2010 im Großformat ablichten lassen.

Damals erklärte er: Er habe mitgemacht, um allen zu zeigen: „Seht her, wir sind auch Menschen.“ Ihm war es wichtig, dass Obdachlose als Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden. Er und andere in Konstanz träumten von einem selbstverwalteten Haus, das Menschen von der Straße renovieren und bewohnen können. Uli Wörner mahnte im Winter auch immer wieder Toleranz für Obdachlose an, die sich in Bahnhofshallen, Kaufhäusern und Einkaufszentren aufwärmen. Bei Demonstrationen hatte er sich für bezahlbaren Wohnraum eingesetzt und immer wieder vor Augen geführt: „Wohnungslosigkeit zu verwalten, ist teurer als sie zu verhindern.“ Einige Jahre vor seinem Tod hatte Uli Wörner eine Bleibe gefunden, seinen Bart gestutzt, und zeitweise wieder gearbeitet. Im Bestattungswald Waldruh St.Katharinen am Bodanrück hat er seine letzte Ruhe gefunden.