Wer am vergangenen Sonntag im Strandbad Hörnle war, muss damit rechnen, dass er heimlich von einer am Werbeturm zwischen Kinderplanschbecken und Restaurant angebrachten Kamera aufgenommen wurde. Die Konstanzerin Uli Stamm war an jenem Sonntag mit Freunden baden, auf dem Nachhauseweg bemerkte die Gruppe, dass auf der Wiese direkt vor ihnen eine Powerbank lag, ein Akku, der ein Elektrogerät mit Strom versorgt.

"Daraufhin sahen wir, dass auf einer Werbefläche eine Kamera hing", erzählt Uli Stamm. "Diese Vorrichtung dreht sich langsam, so dass offenbar Rund-Um-Aufnahmen gemacht wurden." Die Gruppe nahm die Powerbank, ging damit zum Bademeister und berichtete ihm, was sie entdeckt haben.

Die Powerbank, die am Boden vor dem Werbetrum lag.
Die Powerbank, die am Boden vor dem Werbetrum lag. | Bild: Uli Stamm

Die Konstanzer Bädergesellschaft holte die mit einem Klebeband befestigte Kamera vom Werbeturm herunter und sichtete das aufgenommene Material. "Nach unserer ersten Einschätzung ist nichts Verwerfliches darauf zu sehen", erklärt Sprecher Christopher Pape. "Doch das muss die Polizei jetzt beurteilen. Wir haben die Angelegenheit jedenfalls dorthin weitergegeben und Anzeige gegen Unbekannt gestellt."

Grundlage für die Anzeige ist die Haus- und Badeordnung der Konstanzer Bäder. Hier heißt es in Absatz 9k in Paragraf sieben, der die Nutzung der Bäder regelt: "Fotografieren, Ablichten und Filmen (auch mit Mobiltelefonen u.ä.) fremder Personen ohne deren Einwilligung ist nicht gestattet. Für gewerbliche Zwecke und für die Presse bedarf das Fotografieren und Filmen außerdem der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Geschäftsführung. Geräte, mit denen fotografiert/gefilmt werden kann, dürfen in die textilfreien Bereiche nicht mitgenommen werden."

Noch ist nicht klar, wie lange die Kamera hing und ob sie an anderen Tagen bereits dort hing. "Normalerweise kann sie nicht lange aufgenommen haben", so Christopher Pape. "Sie war doch sehr leicht zu bemerken." Wer auch immer die Kamera aufgehängt hat – sowohl die Entdecker als auch die Mitarbeiter der Bädergesellschaft waren überrascht, wie dilettantisch sie aufgehängt wurde. "Das waren bestimmt keine Profis", sagt Christopher Pape. Auch Uli Stamm äußert sich in diese Richtung. "Das war schon ziemlich unprofessionell mit dem Klebestreifen."