Der Personalrat der Universität Konstanz übt leise Kritik an Politik und Hochschulleitung. Das geht aus einer schriftlichen Stellungnahme des Gremiums hervor.

Grund dafür ist das Vorgehen der Akteure im Vergabeprozess der Exzellenzförderung durch Bund und Länder. Der SÜDKURIER hatte zu Beginn dieser Woche berichtet, dass die tatsächliche Höhe der Fördermittel auch einen Monat nach der Zusage noch nicht feststehe. Von dem Geld ist die Weiterbeschäftigung zahlreicher befristeter Mitarbeiter im nichtwissenschaftlichen Dienst abhängig, deren Verträge Ende Oktober auslaufen. Sie plage seither die Zukunftsangst, hatte eine Mitarbeiterin dem SÜDKURIER berichtet.

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„Zeitliche Abfolge nicht sehr durchdacht“

„Aus Sicht des Personalrats erscheint die zeitliche Abfolge als nicht sehr durchdacht“, heißt es nun in der Stellungnahme. Die Kritik des 19-köpfigen Gremiums, einer von Universitätsmitarbeitern gewählten Vertretung, trifft damit vor allem Bund, Länder sowie die Deutsche Forschungsgesellschaft DFG.

„Eine frühere Entscheidung durch die Vertreter der entsprechenden Institutionen wäre für unsere Mitarbeiter sinnvoller gewesen.“ Für alle Beschäftigen stelle dieser langwierige Prozess eine „außergewöhnliche Belastung dar“, das gelte auch für die Hochschulleitung. Tatsächlich erschwert und verzögert die späte Bekanntgabe der Förderungshöhe die Personalplanung der Universität.

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Trotzdem sah sich auch die Hochschulleitung zuletzt dem Vorwurf der „mangelhaften Kommunikation“ in dieser „bereits belastenden Situation“ ausgesetzt, wie Mitarbeiter beklagt hatten. Der Personalrat weißt in seinem Schreiben jedoch darauf hin, dass alle Beschäftigten „regelmäßig über den jeweiligen Stand informiert“ worden seien.

Kritik an Informationsveranstaltung der Hochschulleitung

In einigen Punkten jedoch springt der Personalrat den befristeten Mitarbeitern zur Seite: „Kritik üben wir an der Aussagekraft der Veranstaltung vom 25. Juli 2019, die viele Betroffene und auch uns mit mehr offenen Fragen als Antworten zurück ließ.“ Geschuldet sei dies aber auch der mangelnden Planungssicherheit, relativiert der Personalrat diese Kritik in Teilen.

Dennoch scheint die Mitarbeiterkritik an der Kommunikation der Unileitung zumindest in Teilen berechtigt, wie aus dem Schreiben des Personalrats hervorgeht. Denn den neuen Stellenzuschnitt, ein Bestandteil des Antrags zur Exzellenzstrategie, und die damit verbundene Ausschreibung „hätte man mit mehr Klarheit hervorheben und während der gesamten Zeit der Antragsstellung bis zur Entscheidung kommunizieren sollen“.

Den weiteren Bewerbungsprozess für die Beschäftigten im nichtwissenschaftlichen Dienst möchte der Personalrat „im Interesse der Beschäftigten sehr aufmerksam begleiten“, heißt es.