Noch ist alles ganz ruhig in dem großen Gebäude im Konstanzer Industriegebiet. Im Erdgeschoss riecht es nach frischer Farbe, im zweiten Stock kümmert sich ein Elektriker um die Anschlüsse, auf dem Flur steht ein großer Packen mit Schaumstoffwürfeln. Nur ab und an durchbricht der Lärm eines Bohrers die Ruhe vor dem Sturm, der hier ab Samstag losbrechen soll, wenn es nach Michaela Gentner geht.

Sie ist die Geschäftsführerin des Action-Parks M10 True Active und will Konstanzer Abenteuerfreunden hier auf drei Etagen à 650 Quadratmeter künftig eine Spielfläche bieten. Auch die Stadt Konstanz „begrüßt die Initiative, das Freizeitangebot zu erweitern“, wie sie auf Anfrage mitteilt.

Ganz unten befindet sich der in Gelb und Anthrazit gehaltene Ninja-Raum, wo sich sportliche Athleten austoben können. Die Rollen, Leitern und Kletterwände, die überwunden werden müssen, kennen viele von der Fernsehsendung Ninja-Warriors.

Mit Kraft und Ausdauer: Sandra Kaufmann im Ninja-Parcours.
Mit Kraft und Ausdauer: Sandra Kaufmann im Ninja-Parcours. | Bild: Oliver Hanser

„Wir haben hier die gleichen Elemente, nur mit Fallschutzmatten statt Wasser“, erklärt Gentner den Parcours mit insgesamt 60 Metern Länge. Daneben gibt es einen Bereich mit Gleichgewichtsübungen für Kinder ab acht Jahren, eine Reaktionswand für Erwachsene und eine interaktive Kletterwand für die Kleinen, auf die Schmetterlinge projiziert werden, die die Kinder fangen müssen.

Video: Hanser, Oliver

 

Wer sich unten verausgabt hat, findet einen Stock höher das Café und einen Loungebereich. „Hier können auch die Eltern entspannen und sich länger aufhalten, wenn die Kinder spielen“, sagt Michaela Gentner, die dem Konstanzer Nachwuchs mit dem neuen Angebot eine Freizeitalternative bieten möchte. „Ich habe drei Töchter, die jüngste ist 16. Bei ihr habe ich gesehen, dass es für junge Leute hier keine Alternative zur Seestraße und der Bowlingbahn gibt“, sagt Gentner. Bei ihr sollen sich die Kids, weg von der Straße, auf eine spielerische Art und Weise sportlich betätigen.

Während unten Kraft, Ausdauer und Balance gefragt sind, steht im zweiten Stock Geschicklichkeit im Mittelpunkt. Hier ist laut Gentner eines der größten Laser-Labyrinthe Deutschlands entstanden.

Nur nicht berühren: Sandra Kaufmann schlängelt sich durchs Laser-Labyrinth.
Nur nicht berühren: Sandra Kaufmann schlängelt sich durchs Laser-Labyrinth. | Bild: Oliver Hanser

Wie im Film muss sich der Spieler möglichst schnell durch ein Netz von roten Lasern winden, im zweiten Teil muss er reaktionsschnell nach unten fallende Lichttropfen fangen und zum Schluss beweglichen Strahlen ausweichen. „Hier habe ich mich bewusst gegen ein Lasertag entschieden, bei dem sich die Spieler gegenseitig beschießen. Mir geht es um den gemeinsamen Spaß“, sagt die Chefin.

Video: Hanser, Oliver

Ein echter Hingucker ist schließlich noch die 3D-Minigolfanlage mit 18 Bahnen in fünf verschiedenen Themenräumen: Dschungel, Eismeer, Weltraum, Fantasy und Unterwasser. Fünf Künstler aus Hamburg und Berlin haben zwei Wochen lang die Wände in schrillen Farben gestaltet. Mit einer 3D-Brille ausgestattet sind die Spieler hier bei Schwarzlicht aktiv. Die besondere Optik macht den Anschein, als schwebten die Bahnen im Raum.

Video: Hanser, Oliver

Die erste Idee für diesen Actionpark hatte die gebürtige Konstanzerin Michaela Gentner vor etwas mehr als einem Jahr. Der dreifachen Mutter und Hausfrau gehört das große Gebäude im Industriegebiet. Als sie keinen Mieter für die komplette Fläche fand, entschied sie sich dazu, selbst etwas daraus zu machen.

„Ich wollte etwas für die Jugend und meine Stadt tun“, sagt Gentner, die gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Gründerschiff den Businessplan für dieses ehrgeizige Projekt erstellte. „Vor Ort habe ich von Anfang bis Ende alles allein gemacht. Das war schon sehr viel Kleinarbeit“, erinnert sich Gentner.

Die Eröffnung ist am Samstag

Jetzt sind fast alle Arbeiten erledigt, am Samstag steigt die große Eröffnung. „In erster Linie freue ich mich auf die strahlenden Kinder, die durch die Laser-Labyrinthe oder die Minigolfanlage gehen. Wenn ich daran denke, wie ich selbst viele Jahre etwas gesucht habe, das ich bei den Kindergeburtstagen meiner Töchter unternehmen kann“, sagt die Konstanzer Gründerin.

Schon vor dem offiziellen Startschuss sei die Resonanz der potenziellen Gäste positiv. „Viele haben sich nach Gutscheinen für Weihnachten erkundigt“, erklärt Michaela Gentner. „Ich freue mich, dass es endlich losgeht.“