Konstanz Eine Konstanzerin hat die Ehrenmedaille von Sierra Leone bekommen. Wie kam es dazu?

Barbara Böttcher hat die Ehrenmedaille der Republik Sierra Leone verliehen bekommen. Sie ist als Homöopathin in Konstanz tätig und setzt sich seit Jahren für das afrikanische Land ein.

Am Anfang stand die Neugierde und der Wille, einem Kooperationspartner zu helfen. Seit 24 Jahren ist Barbara Böttcher als Homöopathin in Konstanz tätig und leitet in diesem Zusammenhang auch ein Projekt "Homöopathen ohne Grenzen". Der Kooperationspartner, von dem sie berichtet, Debali Konteh, arbeitet im Raum Stuttgart und stammt aus Sierra Leone. Dort hat er landwirtschaftliche Projekte ins Leben gerufen, um die ländliche Bevölkerung in seiner Heimat zu unterstützen.

Die Idee, die am Beginn ihres Engagements stand, ist einfach: Die medizinische Versorgung in Sierra Leone ist schlecht, gleichzeitig ist die Herstellung homöopathischer Medizin vergleichsweise günstig. Die Homöopathen schlugen vor, Pflegekräfte in Sierra Leone in Homöopathie ausbilden zu lassen und so der ländlichen Bevölkerung einen Zugang zur medizinischen Versorgung zu bieten.

Globuli sind nicht das Allheilmittel

Im Jahr 2010 organisierte Böttcher mit der Projektgruppe 14-tägige Seminare für Krankenschwestern in Sierra Leone. "Themen waren die Behandlung überschaubarer Erkrankungen wie Verletzungen, Durchfall, Fieber". Die einheimische Bevölkerung sei sehr aufgeschlossen für Homöopathie gewesen, deren Wirkungsweise der traditionellen Medizin in Afrika näher ist als der Schulmedizin. "Mir ist aber wichtig, dass die Globuli weder die Schulmedizin verdrängen noch die traditionellen Heilmethoden", betont Barbara Böttcher.

Nachdem sich die Gesundheitsprojekte als Erfolg erwiesen hatten, war Barbara Böttcher motiviert, sich weiter einzusetzen. Sie ist seit Jahren in der Kreuzgemeinde Allmannsdorf kirchlich engagiert, Mitglieder der Gemeinde fragten nach einem Projekt, das sie unterstützen könnten.

Böttcher wandte sich erneut an Debali Konteh und dieser regte an, ob die Kirchengemeinde helfen könne, ein Schulhaus zu bauen. Kurz darauf begannen die Arbeiten: Die Dorfbewohner im Norden Sierra Leones waren für die Bauarbeiten verantwortlich, die Kreuzgemeinde finanzierte die Materialien. Es entstanden drei Schulräume, Lehrerzimmer und Toiletten. Seit 2013 ist die Schule in Betrieb.

Ein Mittel gegen Flucht?

Willi Drechsler, Honorarkonsul für Sierra Leone in Baden-Württemberg, hat die Projekte Barbara Böttchers stets unterstützt. Jetzt schlug er sie zur Ehrung beim Staat Sierra Leone vor. Durch das große Engagement Böttchers werde Fluchtursachen entgegengewirkt, schreibt er in einer E-Mail an den SÜDKURIER.

Barbara Böttcher freut sich, dass die Schüler des Dorfes Karakor eine Chance auf Bildung bekommen. Zuvor seien viele Kinder gar nicht zur Schule gegangen, weil diese weit entfernt gewesen sei und der Schulweg aus Sicht der Eltern zu gefährlich. "Als nächsten Schritt wollen wir eine Küche anbauen und für die Kinder ein Mittagessen anbieten."

 

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