Konstanz Eine Ausstellung im Taschenformat

Das Dingelsdorfer Pfahlbau-Museum ist eröffnet. Es ist die erste Einrichtung, die so prompt auf den Unesco-Welterbe-Titel reagiert hat

Elisabeth von Gleichenstein, Fördervereinsvorsitzende des Dingelsdorfer Pfahlbaumuseums (Zweite von links), beantwortet die Fragen der Besucher.
Elisabeth von Gleichenstein, Fördervereinsvorsitzende des Dingelsdorfer Pfahlbaumuseums (Zweite von links), beantwortet die Fragen der Besucher. | Bild: Bild: Scherrer

Dingelsdorf – Die Dingelsdorfer sind stolz auf ihre reiche Geschichte. Bereits vor zwei Jahren wurde ein Förderverein gegründet, um im Dingelsdorfer Rathaus ein Pfahlbau-Museum einzurichten. Jetzt wurde die zehn Quadratmeter große Ausstellung mitsamt dem 20 Quadratmeter großen Vorraum, der für Vorträge und Workshops zur Verfügung steht, eingeweiht.

Als „kleine Ausstellung im Taschenformat“ beschrieb Helmut Schlichtherle vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg das neue Pfahlbau-Museum, an dessen Konzeption er gemeinsam mit seinem Team mitgewirkt hatte. Erst im Sommer des vergangenen Jahres wurden weit über 100 prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen zum Unesco-Welterbe erklärt. „Es ist die erste museale Einrichtung, die so prompt mit einer neuen Ausstellung reagiert hat“, sagte Schlichtherle über die Initiative in Dingelsdorf.

Ausschlaggebend für die Einrichtung des Museums war allerdings die Privatsammlung prähistorischer Funde des Oberdorfers Herbert Gieß. „Für mich ist er der erfolgreichste und kenntnisreichste Privatsammler am See“, würdigte Ortsvorsteher Heinrich Fuchs und berichtete: „Herr Schlichtherle sagte einmal zu mir, dass die Sammlung von überregionaler Bedeutung ist.“ Vor allem aber habe Herbert Gieß zahlreiche Relikte vor der Zerstörung bewahrt. „Wir brauchen solche Menschen“, befand auch Oberbürgermeister Horst Frank und zog einen Vergleich zu der Sammlung von Ludwig Leiner.

Die Einrichtung des Museums war kostengünstig und wurde vorwiegend durch Spenden finanziert. Elisabeth von Gleichenstein, Vorsitzende des Fördervereins des Dingelsdorfer Pfahlbau-Museums, sprach von ein paar Tausend Euro. Auf kleinstem Raum wurde eine wissenschaftlich fundierte Ausstellung über das Leben, Arbeiten und die Techniken der Menschen der Alt- und Mittelsteinzeit realisiert. Der Hauptteil ist der Pfahlbauzeit am Überlinger See gewidmet. Workshops, Aktionen für Kinder und Vorträge sollen die Dauerausstellung fortan bereichern.

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