Das Weihnachtsmärchen, das am Sonntag, 15 Uhr, im Stadttheater Premiere feiert, wird abenteuerlich. Das verspricht die freischaffende Regisseurin Sara Ostertag ihrem Publikum. Für ihr Debüt auf der Konstanzer Bühne hat sie sich mit ihrem Wiener Team „Die Brüder Löwenherz“ der schwedischen Autorin Astrid Lindgren ausgesucht, einen "der mutigsten und berührendsten Romane der Kinder- und Jugendliteratur, der seit Generationen seine Leser in den Bann zieht“, wie es in der Ankündigung heißt.

Darum geht es bei "Die Brüder Löwenherz"

Karl Löwe, genannt Krümel, ist unheilbar krank und erfährt, dass er bald sterben wird. Sein Bruder Jonathan macht ihm Hoffnung und erzählt ihm von einem Land namens Nangijala, in das man nach dem Tod komme. Dort sind alle Menschen gesund, und es herrscht die Zeit der Lagerfeuer, der Sagen und verwunschenen Wälder.

Als das Haus der Familie in Brand gerät, rettet Jonathan seinen kranken Bruder aus den Flammen, kommt dabei allerdings selbst ums Leben. Kurz darauf erliegt auch Karl seiner Krankheit. Die beiden begegnen sich als Brüder Löwenherz in Nangijala wieder. Zunächst leben sie dort glücklich und frei von Sorgen und Leid. Aber Nangijala wird bedroht: Der Tyrann Tengil und sein Drachenweibchen Katla wollen das Land einnehmen. Gemeinsam mit einer Gruppe Freiheitskämpfer machen sich die Brüder auf in das Abenteuer, um die Tyrannei Tengils zu beenden.

Klingt nicht nach einer Kindergeschichte – aber es heulen meistens die Erwachsenen

In dem 1973 erschienenen Klassiker geht es um die Geschichte der Brüder, die mutig und tapfer in den Kampf gegen das Böse ziehen, dabei über sich hinauswachsen und auch Todesängste überwinden. Das Stück sei "herb geschrieben", erklärt Sara Ostertag, "wir haben beobachtet, dass meist die Erwachsenen heulen und die Kinder gebannt im Abenteuer der Geschichte versinken".

Überhaupt sei die Geschichte, für die Lindgren mit dem internationalen Janusz-Korczak-Literaturpreis und dem Wilhelm-Hauff-Preis ausgezeichnet wurde, "ein generationenübergreifendes Event", so Ostertag.

In Konstanz kommt das Stück mit viel Fantasie auf die Bühne

Im Mittelpunkt steht die "Frage nach dem Glauben an sich selbst und dem Mut, zu sich zu stehen", wie Sara Ostertag es nennt. Die Abenteuer in phantastischen Welten glichen modernen Serien wie Game of Thrones oder Computerspielen. Untermalt wird dies alles von elektronischer Musik des Komponisten Timm Roller.

Die fünf Schauspieler und zwei Statisten müssen sehr viele Rollenwechsel vornehmen. Das Bühnenbild wurde von der Ausstatterin Nanna Neudeck für das phantastische Nangijala mit simplen Mitteln opulent gestaltet. So bekommt das Publikum unter anderem einen Wald zu sehen, der sich verwandeln kann.

In diesem erleben die Brüder auf der Bühne ihre Abenteuer, die auch die Zuschauer in ihren Bann ziehen sollen. Die Erwachsenen im Publikum verspürten eine Art Nostalgie, erklärt Regisseurin Ostertag, die für ihre Kinder- und Jugendproduktionen mehrfach mit dem österreichischen Stella-Preis ausgezeichnet wurde. Für Jugendliche sei das Stück, das bis 30. Dezember aufgeführt wird, vor allem "eine große Geschichte".

Das sind die Termine im Stadttheater

  • Sonntag, 11.11 – 15:00
  • Sonntag, 18.11 – 15:00
  • Sonntag, 25.11 – 15:00
  • Sonntag, 09.12 – 15:00
  • Sonntag, 16.12 – 15:00
  • Sonntag, 23.12 – 15:00
  • Dienstag, 25.12 – 15:00
  • Samstag, 29.12 – 18:00
  • Sonntag, 30.12 – 15:00

Preise zwischen 7 und 10 Euro pro Person

Das steckt hinter dem Stück

Dass sich Astrid Lindgren 1973 in ihrem Kinderbuch "Die Brüder Löwenherz" des Themas Tod angenommen hat, wurde kontrovers diskutiert. Die Schwedin erhielt Kritik, da das Thema zu ernst für Kinder sei und der Tod verharmlost werde. Andererseits hieß es, die "Brüder Löwenherz" könnten auch als Trostspender oder Mutmacher interpretiert werden. Vier Jahre nach Erscheinen wurde das Buch verfilmt. Der Film wurde erstmals im Wettbewerb der Berlinale 1978 und dann 1979 als Miniserie im ZDF gezeigt.