"Konstanz war für mich immer ein Anziehungspunkt", erklärt Antony Hermle, deshalb habe er seiner Heimatstadt ein Lied gewidmet. "Konstanz verdient einen eigenen Song", meint er. Der 64-jährige Herzblut-Musiker und Komponist hat schon einige Melodien geschrieben. Bei dem Lied "I lieb Konstanz im September" handle es sich jedoch um das erste Stück, dass Hermle sowohl komponiert, als auch interpretiert habe. "Ich musste leider feststellen, dass es noch keinen Dialekt-Song über Konstanz gibt, deshalb habe ich das jetzt gemacht", erklärt er.

Hermles erstes gesungenes Lied ist jedoch melancholisch: "Der Song soll die typische September-Stimmung vermitteln", erklärt der Komponist, der das Lied im alemannischen Dialekt geschrieben hat, den noch viele alt eingesessene Konstanzer beherrschen. "Dialekt ist viel weicher zu singen als Hochdeutsch", begründet er seine Entscheidung. "Es ist schade, dass die Leute immer weniger Dialekt sprechen." Auch einen YouTube-Video gebe es: "Das Video ist eine Art Diashow. Die Bilder dafür hat mein Sohn gemacht", meint Hermle. In den ersten drei Tagen habe das Video schon 380 Klicks erzielt, erzählt er stolz. Klick-Zahlen interessierten ihn aber nicht vorrangig: "Es handelt sich eher um leichte Songs, die ich nur für mich geschrieben habe", erklärt er. "Aber wenn es gut ankommt, freue ich mich schon." Auch weitere Lieder sind geplant: "Mein Freund Patrick Wind besitzt in Konstanz ein kleines, aber professionelles Musik-Studio. Gemeinsam mit ihm nehme ich meine Songs auf", erzählt der Musiker. Die meisten davon im Dialekt.

Antony Hermle wuchs als fünftes von sechs Geschwistern in einer armen Familie in Heuberg auf der schwäbischen Alb auf. Im Alter von drei Jahren kam er mit seinen Eltern nach Konstanz und hat sich in die Stadt verliebt. Später hat er unter anderem in Konstanz Bauwirtschaft studiert und als Wohnbauunternehmer in den Achzigern und Neunzigern große Projekte realisiert. "Ich habe einige denkmalgeschützte Fassaden und Dächer in Konstanz saniert", erklärt der 64-Jährige. "Nebenbei habe ich aber immer Musik gemacht." Auch sein Studium habe er durch seine Musik finanzieren können. "Früher war es noch nicht so schwer mit Musik Geld zu verdienen", erklärt Hermle, der schon Mitglied in verschiedenen Bands war. Vorwiegend habe er Tenorsaxophon gespielt, aber auch Querflöte und Klarinette. Seinen Musikstil beschreibt er vorwiegend als Pop und leichten Jazz. Spätere habe er in Zürich an der Abendschule Harmonie- und Kompositionslehre studiert und Klavier gelernt. "Wenn man ein Instrument beherrscht, lernt man auch andere Instrumente leichter", erklärt er.

Ende der Siebziger hat Antony Hermle vier Jahre lang in Kapstadt gelebt. "Auch heute noch verbringe ich jährlich vier Monate dort. Ich besitze in einem Weinanbaugebiet bei Kapstadt eine kleine Farm mit 12000 Olivenbäumen und stelle mein eigenes Olivenöl her", erklärt er. Die Farm heißt Konstanz. Sein nächstes Lied "I bau ein Haus in Afrika – Indawo Afrika" ist seiner zweiten Heimat Südafrika gewidmet. Das Lied ist teilweise in Xhosa, eine der elf Amtssprachen der Republik Südafrika, geschrieben.

Doch die Tätigkeit als Wohnbauunternehmer und Musiker reicht Anthony Hermle nicht: 2009 veröffentlichte er sein erstes Buch "Dein Weg zu Glück und Erfolg", ein Ratgeber für ein erfolgreiches Leben. Derzeit schreibt er gerade an seinem zweiten Buch, welches sich auch in Richtung Ratgeber bewegen soll. Man darf gespannt bleiben, was sich Hermle noch alles einfallen lässt.

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