Über den Tuberkulose-Fall berichtete das Landratsamt am Freitagnachmittag. Welche Schule das erkrankte Kind besucht, darüber gibt das Landratsamt keine Auskunft. Auch wie und wo sich das Kind angesteckt hat, sei nicht bekannt, berichtet Katrin Roth.

Personen, die Kontakt mit dem Schulkind hatten, werden informiert

Im Moment versuche das Gesundheitsamt alle Personen zu ermitteln, die mit dem Kind Kontakt hatten, um diese zu informieren, damit sie sich untersuchen lassen können. Es geht in erster Linie um die Klassenkameraden des Kindes und deren Lehrer, beziehungsweise um Personen, mit denen das Kind in der Freizeit Kontakt hatte. Ob an der betroffenen Schule weitere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen, ist ebenfalls noch unklar.

In den nächsten Tagen wird der SÜDKURIER weiter über Entwicklungen und Hintergründe des aktuellen Erkrankungsfalls berichten.

Ansteckungsgefahr ist deutlich geringer als bei einem grippalen Infekt

Tuberkulose ist eine bakterielle Erkrankung und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Im Vergleich zu einer Ansteckung mit einem grippalen Infekt, sei die Ansteckungsgefahr deutlich geringer, wie das Landratsamt schreibt. Es müsse ein intensiverer Kontakt zu einem Erkrankten bestanden haben, damit es zur Ansteckung kommt.

Gefährdet seien Personen, die einen längeren Zeitraum zusammen mit dem oder der Erkrankten in einem Raum verbrachten. Im Freien sei eine Ansteckung deutlich unwahrscheinlicher.

Hartnäckiger Husten und Fieber sind Symptome

Tuberkulose entwickelt sich langsam, die Symptome zeigen sich oft erst lange nach einer Ansteckung. Typisch sind ein hartnäckiger Husten, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Weltweit ist die Tuberkulose immer noch die Krankheit, die am häufigsten zum Tod führt. In Industrienationen ist sie aber gut behandelbar und in den meisten Fällen auch komplett heilbar.

Ärzte müssen Tuberkulose-Fälle dem Gesundheitsamt melden

In Deutschland besteht für Tuberkulose-Erkrankungen eine Meldepflicht. Das bedeutet: Ärzte, die einen Tuberkulosefall feststellen, müssen dies dem Gesundheitsamt melden. Die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen war lange rückläufig, seit einigen Jahren steigt die Zahl der Ansteckungen aber wieder.