Es kommt nicht oft vor, dass sich ein Unternehmen so intensiv um seine Kunden kümmert, wie es in dieser Geschichte der Fall ist. Was ist passiert? Der SÜDKURIER berichtete vor wenigen Wochen darüber, dass der Discounter in der Fürstenbergstraße zum Ende des Jahres schließen und dafür ein Bio-Laden einziehen würde. Zahlreiche ältere Menschen, zum Teil alleine, zum Teil im Malteser-Seniorenheim gegenüber des Supermarktes wohnhaft, fürchteten um die Vollversorgung in der Nachbarschaft.

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"Wo sollte ich mit meinem Rollator den in Zukunft einkaufen gehen?", fragte sich beispielsweise Margit Schätzle. Die Aussichten formulierte Christa Tweer so: "Der Bio-Laden wird deutlich teurer sein, das können wir uns nicht leisten", ließ sie ihrem Ärger freien Raum. "Außerdem hat so ein Bio-Laden nicht die Dinge des täglichen Lebens, die wir benötigen." Doch sowohl Discounter als auch Bio-Supermarkt ließen verlautbaren: Der Wechsel ist beschlossene Sache und wird Anfang 2019 über die Bühne gehen.

Die Senioren befürchten fehlende Produkte

Nun meldete sich beim SÜDKURIER eine Sprecherin der Firma Dennree aus Töpen, die in der Fürstenbergstraße einen Denn's Bio-Laden eröffnen wird. "Wir möchten uns mit der Bürgerinitiative treffen und ihre Wünsche in unser Sortiment so weit möglich aufnehmen", sagte Fenja Petersen.

Das Treffen fand in der Zwischenzeit statt. Regionalmanager Stefan Frings reiste nach Konstanz und setzte sich mit den Sprecherinnen der Nachbarschaft an einen Tisch. "Es ist uns wichtig, Ängste und Bedenken auszuräumen", sagte er. Die Seniorinnen nannten eine ganze Reihe von Produkten, die sie zum täglichen Leben benötigen und die es, so ihre Befürchtung, in einem Bio-Laden nicht geben würde. Und wenn doch, dann zu überteuerten Preisen; zum Beispiel Toilettenpapier, Kosmetik- und Hygieneartikel oder Obst und Gemüse.

Einkaufsservice für ältere Einwohner

Es entwickelte sich ein launiges Gespräch, an dessen Ende eines stand: Das Versprechen des Unternehmers, die Wünsche der Bevölkerung zu berücksichtigen. "Wir werden diese Alltagsprodukt unserer günstigen Eigenmarke anbieten", sagte Stefan Frings. Darüber hinaus werde der Markt exklusiv für alle Senioren rund herum einen Einkaufsservice einrichten. "Wer nicht zu uns kommen kann, zu dem kommen wir."

An einem Tag wird der Laden einen Seniorennachmittag mit vergünstigtem Kaffee und Kuchen anbieten. "Das machen wir dann wirklich nur hier in der Fürstenbergstraße, damit die Bewohner die Berührungsängste mit Bio verlieren", erzählt Stefan Frings. Und die Seniorinnen? "Wir hoffen, dass die Besitzer des ernst meinen und die Angebote nach wenigen Monaten nicht spurlos verschwinden", sagt Christa Tweer.