Eine Gottesdienstbesucherin habe die Polizei nach dem Gottesdienst gegen 11.15 Uhr über die Drohung des Mannes informiert, erläutert Tatjana Deggelmann, Sprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz. „Der Mann ist wohl in der Gemeinde bekannt“, sagt Deggelmann. Er habe vor anderen Gemeindemitgliedern geäußert, dass er Schüsse abgeben wolle, zog allerdings keine Waffe.

Schreckschusswaffe im Koffer

Der 48-Jährige habe in einem Koffer eine Schreckschusswaffe mitgeführt. Beim Verlassen der Kirche nahmen Polizeibeamte ihn in Gewahrsam und stellten auch die Waffe sicher. Die Polizei suchte mit einem Sprengstoffspürhund die Kirche ab, konnte aber nichts entdecken.

Normalerweise ein freundliches Gemeindemitglied

Beate Granzin, Diakonin in der Kirchengemeinde, war nicht im selben Raum, als der 48-Jährige seine Drohung aussprach. „Ich kenne den Mann aber ganz gut“, sagt Granzin auf Nachfrage. Er sei normalerweise freundlich und zugewandt. Am Sonntag habe er allerdings „wirres Zeug“ geredet. Das hätten ihr Gottesdienstbesucher berichtet, zum Beispiel, dass er Sicherheitsüberprüfungen vornehmen müsse.

Mann kündigt drei Schüsse an

Zum Schluss des Gottesdiensts habe er sich zu Wort gemeldet und gesagt, er habe eine Waffe dabei und wolle dreimal in die Luft schießen, so wurde es ihr berichtet. Ein Gemeindemitglied habe daraufhin die Polizei gerufen. „Als ich mich vor dem Verlassen der Kirche mit ihm unterhalten habe, war er wieder sehr klar. Es ging um ein völlig anderes Thema“, sagt die Diakonin. Es sei bekannt, dass der Mann psychische Probleme habe, bisher habe er sich aber nie aggressiv gezeigt.

Bedrohung einer Rennradlerin

Am früheren Vormittag habe derselbe Mann auf der Mainaustraße bei Egg eine Rennradfahrerin mit seinem Auto genötigt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Er sei dicht auf sie aufgefahren und habe sie dann in die Bucht einer Bushaltestelle gedrängt, berichtet Deggelmann weiter. Beide hielten an, daraufhin habe der 48-Jährige die Radfahrerin mit einem Pfefferspray bedroht. Als die Frau einem vorbeifahrenden Autofahrer ein Signal gab, fuhr der Mann mit hoher Geschwindigkeit Richtung Litzelstetten weiter.

Mann wird vorerst in Fachklinik untergebracht

Nachdem die Polizei den Mann in Gewahrsam genommen hatte, brachte sie ihn in eine psychiatrische Fachklinik. Die Polizei habe keine politischen oder religiösen Motive für sein Handeln feststellen können. Wie lange sein Aufenthalt in der Klinik dauern wird, sei nicht bekannt, sagt Deggelmann. Die Polizei werde den Fall zur Anzeige bringen. Gegebenenfalls würden Gutachter über die Zurechnungsfähigkeit des Mannes in der Situation entscheiden. Die Ermittlungen dauern weiter an.