Frühmorgens um 3.30 Uhr im März dieses Jahres: Im vierten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Bücklestraße steht eine Wohnung in Flammen. Alle Bewohner müssen das Gebäude sofort verlassen. Mehr als 40 Personen stehen in der Kälte auf der Straße, manche nur im Schlafanzug. Während die Feuerwehr gegen das Feuer angeht, leistet der ehrenamtliche Betreuungsdienst der Malteser, eine Untereinheit des Katastrophenschutzes, im Schatten des Geschehens wichtige Hilfe. Er kümmert sich um Menschen, die unverletzt geblieben, aber dennoch von einem Unglück oder einem Verbrechen betroffen sind. Geschulte Betreuer stehen ihnen bei, das Erlebte zu verarbeiten und leisten praktische Hilfe. Sie versorgen Menschen bei Bedarf mit Windeln oder anderen Hygieneartikeln, Wasser, heißem Tee, Essen, Decken, Gelegenheiten zum Sitzen oder Liegen. Zur Ausrüstung des Betreuungsdienstes gehören Zelte und eine Feldküche.

Heizmodule sollen ersetzt werden

Im konkreten Fall in der Bücklestraße war es den Maltesern gelungen, einen Bus der Stadtwerke zu bekommen, in dem sich die Bewohner des brennenden Hauses aufwärmen und in dem sie abwarten konnten, was weiter mit dem Haus passiert. In anderen Fällen kommen ein Zelt und eine mobile Heizung zum Einsatz. Doch jetzt sind das Heizmodul und das Stromaggregat am Ende der Lebenszeit angelangt. Sie sollten dringend ersetzt werden, sagen die Ärztinnen Ruth Peter und Karin Mühe, die sich beide im Betreuungsdienst engagieren. Der Förderverein der Malteser bittet um Spenden dafür. Allein ein modernes Heizmodul kommt nach Angaben der Malteser auf rund 2500 Euro.

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Die alten Geräte sind nicht nur anfällig für Reparaturen, die ehrenamtlichen Mitarbeiter müssen sich mit ihnen richtig abschleppen, so schwer sind sie. Moderne Ausführungen haben eingebaute Rollen, um den Transport zu erleichtern. Neue Geräte verbrauchen zudem viel weniger Strom und sind flexibler einsetzbar. „Dieses Gerät kennt nur an oder aus“, sagt Karin Mühe über die alte Heizung. Das heißt: Sie laufe entweder volle Pulle oder gar nicht, das Zelt sei also entweder schnell überhitzt oder zu kalt. „Ein etwas optimiertes Gerät wäre schön“. Auch bei der Beleuchtung gebe es Erneuerungsbedarf. Der Betreuungsdienst hantiere mit schweren Scheinwerfern, die schlecht gegen Wind und Wetter zu schützen seien und so viel Energie verbrauchten, dass dies die Notversorgung mit Strom schnell überlaste.

Der Betreuungsdienst übernimmt am Einsatzort die Registrierung. Er sorgt dafür, dass Retter den Überblick haben, welche Bewohner beispielsweise aus einem brennenden Haus schon in Sicherheit sind. Sie erfassen dazu die Namen der Menschen vor Ort und gleichen diese mit dem Melderegister ab. Selbst in Notsituationen gelte es, die Vorgaben des Datenschutzes zu beachten, sagt Karin Mühe. „Not kennt kein Gebot, das stimmt so nicht.“ Der Betreuungsdienst versorgt Betroffene eines Unglücks mit Informationen, fragt nach akuten Bedürfnissen und leistet bei Bedarf Beistand. Vielfach könnten sich mehrere Menschen in einer Gruppe gegenseitig unterstützen. Die Malteser sorgten dafür, dass dies möglich ist. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe.“

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Malteser suchen Helfer

Die Engagierten im Betreuungsdienst sagen, die Hilfsbereitschaft nach Unglücken sei groß. Viele Bürger, etwa Nachbarn oder Bekannte, griffen den Betroffenen unter die Arme und stellten auch mal eine Möglichkeit zum Übernachten zur Verfügung. Bei einem Einsatz in der Niederburg hätten Anwohner spontan Kaffee für alle organisiert. Neben Menschen, die den Betreuungsdienst mit Spenden finanziell unterstützen, suchen die Malteser auch ehrenamtliche Helfer. Der Dienst sei so breit aufgestellt, dass sich im Prinzip für jeden eine Aufgabe finden lasse, der bereit sei zum Engagement, sagt Karin Mühe. Neulinge würden geschult, und schrittweise an Aufgaben herangeführt.

Felix Weigold hatte die Malteser beim Zivildienst im Jahr 2006 kennengelernt und ist ihnen seitdem als Helfer treu. „Das ist hier eine gute Gemeinschaft, eine lustige Truppe, die Aufgaben sind vielfältig.“ Aktuell engagiert er sich beim Betreuungsdienst. Er freue sich, manchmal etwas Gutes tun zu können. Wer selbst bei den Maltesern anpacken will, kann sich per Mail melden: bevoelkerungsschutz.konstanz@malteser.org

Alle Folgen der Serie „Wir helfen mit“ finden Sie gesammelt auf dieser Seite.

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