Zu Fuß auf die Mainau. Eigentlich nichts Besonderes. Einfach über die Brücke gehen. Doch angesichts des Niedrigwassers ist die Blumeninsel mittlerweile auch auf dem Landweg erreichbar – so wenig Wasser umgibt das beliebte Eiland. So sieht es dort aus nach dem unbeschreiblichen Hitzesommer und während eines Herbstes, der lange alles zu bieten hat – nur keine Regenperioden. Und trotz des Regens der vergangenen Tage: Experten sagen, dass mindestens eine Woche Dauerregen vonnöten sein würde, um den Pegel wieder einigermaßen Richtung Normalität zu bringen. 

Insel Mainau

1977 wurde die Brücke eröffnet. So wenig Wasser wie derzeit floss selten unter ihr hindurch. Auch die beiden anderen Naturschutzgebiete Obere Güll und Untere Güll rechts und links von der Brücke haben mittlerweile eine (fast) wasserfreie Verbindung mit der Mainau.

Bild: Oliver Hanser

Vom Ufer des nördlichen Mainaurieds könnte man problemlos auf die Mainau wandern. Im Juni 2016 war das undenkbar: Damals wäre die Brücke durch das Hochwasser fast überflutet worden, wie das Foto aus unserem Archiv zeigt.

Bild: Oliver Hanser

Das ist zwar verboten, da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, in dem bereits 20 seltene und gefährdete Pflanzenarten registriert worden sind. Doch es wäre zumindest problemlos möglich.

Konstanzer und Staader Hafen

Der aktuelle Pegelstand vor Konstanz beträgt 279 Zentimeter, vor einem Monat waren es noch 301 Zentimeter. Auch im Konstanzer Hafen ist das Wasser deutlich auf dem Rückzug. Hier im Becken neben dem Stadtgarten, wo im Sommer die Tretboote auf Touristen warten, liegen heute die Anlegestege auf dem Grund des Seeufers.

Bild: Oliver Hanser

Die historische Fähre Konstanz liegt weit unterhalb des Stegs, der zur Imperia führt. Im Frühling lag die Fähre noch auf Höhe des Stegs.

Bild: Oliver Hanser

Auch im Hafen von Staad direkt neben dem Fähranleger liegen die Boote bald auf dem Trockenen.

Bild: Oliver Hanser

Zum Vergleich: In Bottighofen ist es bereits soweit – die Boote liegen auf dem wasserfreien Seegrund.

Bild: Oliver Hanser

Bis zum historischen Tiefstand von 256 Zentimetern ist es zwar noch ein weiter Weg und die nächsten Tage versprechen Regen und nachts sogar Schneefall – doch das Schauspiel, das sich derzeit an Ufern und auch mitten im See präsentiert, ist gleichermaßen von betörender Schönheit wie von beunruhigender Wildheit.

Wollmatinger Ried

Die Fahrrinne zwischen Reichenau und dem Konstanzer Trichter ist deutlich enger geworden. Die sogenannte Fachen ist an manchen Stellen kaum tiefer als ein Meter. Rund 350 Meter ist das Ufer des Wollmatinger Rieds mittlerweile von der Fahrspur entfernt.

Bild: Oliver Hanser

Dingelsdorfer Seeufer

Diese Insel im Dingelsdorfer Strandbad Klausenhorn ist normalerweise komplett von Wasser umgeben. Im Sommer kann man dort herumschwimmen.

Bild: Oliver Hanser

Ein kurioses Bild gibt der niedrige Wasserstand frei: Zahlreiche Dreikantmuscheln treten mit dem Niedrigwasser zutage. Diese Muschelart ist eigentlich nicht am Bodensee heimisch, hat sich aber längst etabliert.

Bild: Oliver Hanser

Dieses Schild steht 200 Meter vor dem Ufer des Badeplatzes Klausenhorn. Im Sommer ist das Wasser hier 1,80 Meter tief. Dann würden nur noch die Haarspitzen von Andreas Schuler aus dem Wasser ragen.

Video: Hanser, Oliver