Unterstützung für die Schwächsten in der Gesellschaft: Wer dabei von Angeboten institutioneller oder staatlicher Einrichtungen ausgeht, wird in Konstanz eines Besseren belehrt. Dort engagiert sich ein gemeinnütziger Verein für erkrankte und finanziell benachteiligte Kinder und deren Familien. Initialzündung war der Nachlass von Karl-Heinz Faigle.

Der letzte Wunsch

Faigles großer Wunsch war die Förderung von Kindern und deren Familien. Er selbst überlegte noch mit seinem Schwiegersohn Markus Adam, wie dies geschehen könnte. So entstand der "Lebensfroh-Karl-Heinz-Faigle e.V.". Markus Adam ist Vorsitzender. Er und die weiteren Mitglieder unterstützen auf zwei Arten. Seit einiger Zeit organisieren sie Reisen für Familien, für die selbst ein kleiner Ausflug zu teuer ist. Zum Beispiel für eine Mutter mit ihrer schwer behinderten Tochter: Lebensfroh hat die Kosten für den Urlaub in Sizilien übernommen, bei der Unterkunft kann der Verein auf ein Eigentum zurückgreifen. Dadurch hat das Mädchen die Möglichkeit erhalten, ein anderes Land kennenzulernen; und die Mutter konnte einmal durchatmen, denn sie wusste ihr Kind gut versorgt.

"Die Schwächsten der Gesellschaft"

Mit einem zweiten Angebot geht der Verein jetzt an den Start. Es richtet sich ebenfalls an jene, die "in der Regel die Schwächsten in der Gesellschaft sind", formuliert es Markus Adam. Das seien Kinder "mit der ganzen Bandbreite an chronischen Krankheiten", deren Familien sich zudem nicht viel leisten können. Sie sollen eine Auszeit vom Gewohnten, vom Alltag und somit Teilhabe erhalten. Lebensfroh hat an der Opelstraße einen Raum gemietet und ihn als Bastel- und Freizeittreff ausgestattet. Die Kinder können ihn nach Voranmeldung besuchen, und das Lebensfroh-Team übernimmt die Betreuung.

Von Basteln bis kleinere Ausflüge

Kleinere Ausflüge führen in die Umgebung. Eltern können während dessen anwesend sein, müssen das aber nicht. Bei Bedarf bieten die Mitglieder einen Hol- und Bringdienst an. Neben fachlicher Kenntnis ist der Verein für den Ernstfall technisch so ausgestattet, dass Geräte zur Absaugen der Atemwege oder zur Beatmung bereit stehen. Markus Adam und seine Frau Manuela, Schriftführerin im Verein, sind examinierte Krankenpfleger, sie ist zudem ausgebildete Rettungssanitäterin.

Eine große Verantwortung

"Uns war von Anfang an bewusst, dass wir eine große Verantwortung tragen", sagt Markus Adam zur Betreuung von Kindern mit körperlichen oder geistigen Behinderungen. Das Lebensfroh-Team sei erfahren in der Kinder- und Jugendarbeit, und es befänden sich Psycho- und Ergotherapeuten darunter wie auch ein Rechtsbeistand. Zudem biete der Verein Seminare an, etwa zu gesunder Ernährung oder Sucht. Wo notwendig und seine Kompetenzen nicht ausreichen, vermittelt er an Fachstellen weiter.

Konstanzer unterstützen den Verein

Lebensfroh selbst erfährt Unterstützung von Konstanzer Vereinen wie bei der Ausstattung für den Bastel- und Freizeittreff; das Jugend- und Sozialamt begrüßt das Engagement von Markus Adam und seinen Mitstreitern ebenfalls. Markus Schubert, Leiter der Sozialen Dienste, sagt auf Anfrage: "Das Bestechende ist, dass der Verein klare Zielvorstellungen hat." Diese drückt Vorsitzender Markus Adam so aus: "Am Ende des Tages soll ein Lächeln des Kindes stehen."

Der Verein

Lebensfroh hat derzeit neun Mitglieder, die aktiv mitarbeiten. Der Verein finanziert sich aus dem Nachlass von Karl-Heinz Faigle. In Zukunft will er Spenden einwerben, er ist als gemeinnützig anerkannt. Kontakt zum Verein ist unter Telefonnummer (0 15 20) 489 04 24 möglich. Hierüber können Eltern ihre Kinder für den Besuch im Bastel- und Freizeittreff an der Opelstraße anmelden. Das Programm orientiert sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Kindes. Es gibt keine regulären Öffnungszeiten, diese werden nach Absprache festgelegt.

Der Verein im Internet: www.lebensfroh-ev.de