Felix Wiest ist in Konstanz kein Unbekannter. Er bittet seit ein paar Jahren Menschen in der Fußgängerzone um Geld oder um etwas zum Essen. Dabei will er nicht aufdringlich sein. „Nein, auf keinen Fall. Ich möchte niemandem zu nahe treten. Wer mir helfen möchte – gut. Wer nicht – auch gut“. Nach eigenen Angaben hat er niemanden und tigert alleine durchs Leben. „Auf der Straße wirst du einsam“, sagt er. „Ich habe keinen festen Wohnsitz und keine Arbeit. Obwohl ich früher als Mechaniker und als Holzbauer gearbeitet habe.“ Wieso wurde er obdachlos? Darüber redet er nicht gerne.

Felix Wiest gibt offen zu: „Auf der Straße wirst du einsam.“
Felix Wiest gibt offen zu: „Auf der Straße wirst du einsam.“ | Bild: Schuler, Andreas

„Eigentlich wollte ich immer Hippie sein. Irgendwann war ich bei Psychiatern, weil nichts mehr ging. Danach bin ich hier gelandet.“ Er hat in seiner Tasche eine Bibel, in der er oft liest. „Die haben mir die Barmherzigen Schwestern aus Hegne geschenkt. Damit beschäftige ich mich.“ Abends legt er sich am liebsten neben Gotteshäusern in seinem Schlafsack zum Schlafen. „Da fühle ich mich geborgen“, erklärt er. Den vergangenen Winter hat er in Konstanz verbracht, „aber das war mir zu kalt. In diesem Jahr werde ich wohl nach Spanien gehen und denn im Frühling wiederkommen“.