Jasmin Frick, 16, Heinrich-Suso-Gymnasium

Bild: Jasmin Frick

Der schönste Sonnenuntergang der Stadt

Eine Uferpromenade mit alten Gebäuden, eine Panorama-Aussicht auf den Bodensee, den Konstanzer Hafen und die dahinterliegenden Alpen:

Die etwa einen Kilometer lange Seestraße gehört zu den schönsten Orten in Konstanz. Sie befindet sich im Stadtteil Petershausen-Ost am Ufer der Konstanzer Bucht. Doch die Seestraße war nicht immer so, wie wir sie heute kennen.

Zwischen 1933 und 1945 wurde sie Adolf-Hitler-Ufer genannt. Auch das Ufer unterhalb der Seestraße ist nicht natürlich entstanden, sondern wurde einst aufgeschüttet. Auf der Seestraße halten sich Menschen jeder Altersgruppe auf. Egal ob Fahrradfahrer, Menschen mit Hunden oder Paare auf Bänken – es ist ein Ort, an dem jeder Zeit verbringen kann.

Am besten gefällt mir die Straße im Herbst, wenn die Blätter herabfallen und die Sonne sich über den Horizont neigt. Ich verbringe dort oft meine Mittagspausen und Sommerabende mit Freunden. Außerdem habe ich als Kind fast jedes Wochenende mit meiner Familie Spaziergänge an der Seestraße unternommen. Es bietet sich an, dort schwimmen zu gehen oder einfach nur den Ausblick zu genießen.

Ich fahre fast jeden Tag durch die Seestraße, da sie nahe meiner Schule liegt und ich morgens gerne den Sonnenaufgang auf dem Fahrrad betrachte. Die Atmosphäre dieser Straße ist einfach einzigartig.

Maximilian Hemp, 15, Ellenrieder-Gymnasium

Bild: Maximilian Hemp

Ein tierischer Blick auf den See

Früher Dominikanerkloster, heute ein gefragtes Hotel: Zu den schönsten Konstanzer Orten gehört meiner Meinung nach das Inselhotel. Doch warum ist es so gefragt? Zum einen hat man von der Terrasse und vom Pavillon aus einen wunderschönen Blick auf den See und bei klarem Wetter auch auf die Alpen. Zum anderen ist es seine besondere Lage auf einer Insel. Über eine Steinbrücke gelangen Gäste zum Eingang des Hotels. Im Hotelgarten, wo es meistens ruhig ist, kann man im Sommer baden gehen. Doch nicht nur das ist besonders, es gibt nämlich auch ein paar besondere Gäste.

Ich erinnere mich daran, als ich mich mit meinem Freund während eines Spaziergangs auf eine angrenzende Mauer ausruhte. Plötzlich sprang etwas ins Wasser. Als wir uns umdrehten, sahen wir neben einem brütendem Schwan einen Biber. Er zog einen Stock in ein kleines Loch, das unter der Mauer lag. Die Mitarbeiter des Hotels gaben ihm den Namen Emilio. Zusammen mit Reiher Alfred ist er schon seit einigen Jahren regelmäßiger Gast des Hotels.

So wie andere Biber sammelt Emilio Holz. Dabei folgt er seinem Trieb, eine Biberburg zu errichten. Und Reiher Alfred lässt sich gerne fotografieren – vor allem von der Terrasse und vom Pavillon.

Greta Seeburger, 15, Ellenrieder-Gymnasium

Bild: Greta Seeburger

Ein Park der Toleranz

Der Herosépark am Seerhein ist einer meiner Lieblingsorte in Konstanz. Während man im Winter nur gelegentlich auf dem Radweg durch den Park fährt, verbringen hier vor allem im Sommer Jugendliche und Studenten nicht nur freitagabends ihre Zeit. Den ganzen Tag sitzen sie zusammen auf der Wiese, an den Mauern am Ufer oder springen von der Fahrradbrücke ins Wasser.

Die warme Luft riecht nach Eis, Zigaretten und Grill. Im Schatten wird Wikingerschach gespielt und Hunde jagen einander hinterher. Überall ertönt Musik aus Bluetooth-Boxen, andere haben ihre Instrumente mitgebracht. Für manche mag das störend klingen, aber ich finde, es verleiht diesem Ort erst seine einzigartige Atmosphäre.

Für mich ist es hier so besonders, weil die Menschen so offen und unterschiedlich sind. Ich lerne immer neue interessante Leute kennen. Ob es ein französischer Gitarrenspieler ist, mit dem man gemeinsam singt, oder eine Gruppe Hippies, die mir und meinen Freunden einen Ball oder einen Flaschenöffner leihen. Alle sind hier offen und nett zu neuen Leuten. Für eine Erfrischung in der Sommerhitze gibt es seit vergangenem Jahr dort auch den froobie-Kiosk, an dem Eis am Stiel verkauft wird.

Ob tagsüber oder abends, der Herosépark ist immer ein Ort, an dem ich mich wohlfühle. Auch diesen Sommer werde ich dort wieder oft in der Sonne liegen, dem Wasser beim Plätschern zuhören und die Atmosphäre genießen.

Tim-Ole Popp, 16, Friedrich-Hecker-Gymnasium Radolfzell

Bild: Tim-Ole Popp

Die Freiheitsstatue von Konstanz

18 Tonnen Beton, neun Meter hoch: Die Imperia ist der schönste Ort in ganz Konstanz. Eigentlich ist sie nicht zu übersehen. Nähert man sich ihr auf dem Seeweg, empfängt sie einen wie die Freiheitsstatue in New York City. Unternimmt man einen Spaziergang an der Promenade, fällt sie einem ebenfalls direkt ins Auge.

Auch wegen der Lage in der Nähe des Konzils und der Marktstätte ist die Imperia mein Lieblingsort. Sie steht am Ende eines langen Holzsteges, auf den Überresten eines alten Molenturms. Einerseits zentral, andererseits abgegrenzt von der Innenstadt. Obwohl die Imperia tausende Touristen anzieht, ist der Ort ruhig.

Bei gutem Wetter bietet dieser Platz ein imposantes Alpenpanorama und dabei gleichzeitig einen tollen Blick auf den Bodensee. Besonders in den Sommermonaten lassen sich dort schöne Abende verbringen.

Errichtet wurde die Imperia im Jahre 1993 vom Bildhauer Peter Lenk. Sie war eines seiner Hauptwerke. Eine Besonderheit ist, dass sie auf einen Rundtisch montiert ist und sich langsam um ihre eigene Achse dreht. Was soll sie eigentlich darstellen? Sie zeigt eine leicht bekleidete Kurtisane, die Kaiser und Papst in den Händen hält. Es handelt sich um den damaligen König Sigismund und um Papst Martin V.

Die Imperia ist eine satirische Anspielung auf das Konstanzer Konzil im 15. Jahrhundert – und sie ist mein Lieblingsort in Konstanz.

Finn-Leon Bennewitz, 14, Gebhard-Gemeinschaftschule

Bild: Finn-Leon Bennewitz

Ein historischer Platz mit Graffiti, Musik und Feuerrauch

Der Tabor ist für mich der schönste Platz in Konstanz. Die Überreste des des Turms befinden sich zwischen Wollmatingen und Litzelstetten. Er ist abgelegen, trotzdem kann man ihn mit dem Fahrrad gut erreichen. Jugendliche und junge Erwachsene hören dort laut Musik, ohne irgendwelche Anwohner zu stören. Wegen der Graffitis auf der Mauer des letzten Turms wirkt der Ort jugendlich, dabei handelt es sich hier um einen historischen Platz.

Und diese Geschichte des ehemaligen Turms ist spannend: Ihn gab es nur 66 Jahre. Ein Großfeuer zerstörte ihn im Jahr 1947.

Die Vorgeschichte: Im Jahr 1831, 50 Jahre bevor der Taborturm errichtet wurde, baute die Pfarrei und Gemeinde Wollmatingen ein Kreuz und eine Schutzhütte auf den Tabor.

Die FWG-Bürgerinitiative baute den Turm 1981 wieder auf. Aus Sicherheitsgründen wurde dieser 2002 aber wieder abgerissen. Heute gibt es an dem Platz eine Sitzgelegenheit und eine Grillstelle mit Mülleimern. Zahlreiche Graffitis schmücken die Überreste des Turms.