Es ist der erste von neun Abschnitten bei der Neuregelung des Altstadtrings, des sogenannten C-Konzepts: der Vollausbau des Rheinsteigs. Seit Sommer 2017 sorgt er für Verkehrsprobleme in der Innenstadt, über die Untere Laube kommen Autofahrer nicht mehr heraus. Nun steht eine neue Verkehrsführung bevor. Auf Höhe der Haltestelle Niederburg/Laube könnten Autofahrer stadtauswärts den Mittelstreifen überqueren. Bislang befanden sich dort Parkplätze und eine Baumreihe. Dann wurde ein Durchgang asphaltiert. Bis das Tiefbauamt realisierte: Ein voll besetzter Gelenkbus könnte durch die höhere Fahrbahn aufsitzen. Jetzt liegt dort wieder Schotter, darunter befindet sich Pflaster.

Asphalt war eigentlich zum Schutz gedacht

Dieses Pflaster vor den Belastungen durch den motorisierten Verkehr zu schützen, sei das Ziel der ursprünglichen Asphalt-Lösung gewesen. Das erklärt Walter Rügert, Sprecher des Rathauses, auf Anfrage. Gerüchte hatten sich zuvor verbreitet, weil der Asphalt nach wenigen Tagen wieder verschwunden war. Passanten wunderten sich über das ständige Auf- und Zubuddeln zwischen den Baumreihen. Die vermeintliche Fehlplanung sorgte für Kopfschütteln.

Steuerverschwendung sei das, hieß es. Zumindest aber eine weitere Verzögerung der ohnehin bis ins kommende Jahrzehnt dauernden Arbeiten am C-Konzept. Andere reagierten belustigt. Die Stadt habe wohl nicht damit gerechnet, dass das während der eisigen Tage Ende Februar verwendete Streusalz den frischen Asphalt angreife. Jetzt sei der wohl zerstört.

Tiefbauamt: Gelenkbus wäre womöglich aufgesessen

Diese Gerüchte entkräftet das Tiefbauamt. "Leider stellte sich heraus", so die Mitteilung aus dem Rathaus, "dass bei der Durchfahrt eines voll besetzten Gelenkbusses das Risiko des Aufsetzens beim Wiederherausfahren aus der Überfahrt zu groß ist." Eine Testfahrt mit einem leeren Bus habe das gezeigt. Deshalb werden die Pflaster also nicht durch eine Asphaltdecke geschützt. "Man entschied sich für diese, für die Bestandsfläche ungünstigere Variante", erklärt Rügert. Kostenpunkt für die ungeplante Aktion: 4000 bis 5000 Euro.