Wer hier regelmäßig unterwegs ist, kann es nicht übersehen: Jetzt geht es richtig voran mit dem Ausbau der Bundesstraße 33 zwischen Markelfingen und Konstanz. Die wichtigste Verkehrsader im Kreis Konstanz wird Schritt für Schritt zur leistungsfähigen vierspurigen Straße, auf der die Autofahrer im nächsten Jahrzehnt ohne die alltäglichen Staus vorankommen – und die die Menschen und die Natur an ihren Rändern deutlich besser schützt als bisher.

Gebaut wird, wie es das bundesweit einmalige Kombi-Konzept vorsieht, von zwei Seiten gleichzeitig. Westlich der Kindlebildkreuzung ist die neue Brücke über die Bahnlinie weitgehend fertig, sogar die gläsernen Lärmschutzwände sind bereits zu sehen. Noch augenfälliger ist der Ausbau am anderen Ende des bisherigen Flaschenhalses. Am Abschluss der heutigen Schnellstraße ist die neue Trasse schon so weit fortgeschritten, dass man sich eine Fahrt hier bereits plastisch vorstellen kann.

Das ist die neue Streckenführung der B33 bei Allensbach (im Hintergrund am oberen Bildrand): Es gibt zweimal zwei Fahrspuren, allerdings geht vorerst nur die nördliche (linke) Fahrbahn in Betrieb, die südliche folgt bis Spätherbst.
Das ist die neue Streckenführung der B33 bei Allensbach (im Hintergrund am oberen Bildrand): Es gibt zweimal zwei Fahrspuren, allerdings geht vorerst nur die nördliche (linke) Fahrbahn in Betrieb, die südliche folgt bis Spätherbst. | Bild: Gerhard Plessing

Freie Fahrt gibt es wohl erst um das Jahr 2027

Bis voraussichtlich um das Jahr 2027 durchgehend freie Fahrt herrscht, sind allerdings noch drei besonders schwierige Teile zu meistern. Noch haben die eigentlichen Bauarbeiten an keinem der Tunnels im Bereich Reichenau-Waldsiedlung, Hegne und Allensbach begonnen. Sie gelten als die komplexesten und teuersten Bauwerke, unter anderem wegen des Grundwassers.

Als erstes kommt der Tunnel an der Waldsiedlung an die Reihe, dort haben die Archäologen bereits gegraben, auch Leitungen sind schon neu verlegt. 2019 steht im Zeichen der riesigen Baugrube: Etwas südlich der bisherigen Einmündung wird der Tunnel in die neue Röhre hineingebaut und dann wieder mit Erdreich bedeckt. Der Aushub bleibt vor Ort: Er ist das Material für die Lärmschutzwände bei Allensbach.

Das ist der Bauabschnitt F ganz im Osten des B-33-Ausbaus im Kreis Konstanz: Bei der Kindlebildkreuzung ist die zweite Bahn-Brücke fast fertig. In einigen Monaten kann man auf dem neuen Teil fahren – aber nur zweispurig, denn der alte muss noch saniert werden.
Das ist der Bauabschnitt F ganz im Osten des B-33-Ausbaus im Kreis Konstanz: Bei der Kindlebildkreuzung ist die zweite Bahn-Brücke fast fertig. In einigen Monaten kann man auf dem neuen Teil fahren – aber nur zweispurig, denn der alte muss noch saniert werden. | Bild: Gerhard Plessing

Die Straße ist so wichtig, dass sie kaum gesperrt werden kann

Eine besondere Herausforderung liegt für die Straßenbauer darin, dass sie unter laufendem Verkehr arbeiten müssen – besonders gut ist das an jener Stelle westlich von Allensbach zu sehen, an der die neue und die bisherige B 33 zusammenkommen. Eine Vollsperrung ist mangels Umleitungen kaum möglich, das sagte Bauleiter Daniel Schrodin schon zu Beginn der Arbeiten.

Der Planer bei der Neubauleitung Singen erklärte, nur wenn es unabdingbar sei, könne die Strecke gesperrt werden, und das auch nur für kurze Zeit. Zuletzt war an einem Wochenende im Januar der Fall, als die alte Nägelried-Brücke abgerissen wurde. Sie wird durch einen Neubau ersetzt, der architektonisch an ein Segelboot erinnern soll und genügend Raum lässt für die zwei bestehenden und die zwei neuen Fahrspuren.