Der Wille des Wählers ist nun schon an sieben Positionen nicht mehr erkennbar. Vier Räte haben vorzeitig ihr Mandat nieder gelegt, einer der Nachrücker hat abgesagt, und zwei Räte haben überraschend die Fraktionen gewechselt. Die Folge: Der Rat ist männlicher geworden, alle Ausscheidenden sind Frauen, alle Nachrücker sind Männer, der Rat ist etwas linker geworden, vor allem Nachrücker Till Seiler gilt als Vertreter des Linksflügels seiner Partei, und das Abstimmungsverhalten im Rat ist noch unberechenbarer geworden.

Neue Personen können zu neuen (Zufalls-) Mehrheiten führen. Auch wenn es für den Wähler bitter ist: Zu den Realitäten der heutigen Zeit gehört es, dass sich nur wenige berufstätige Mandatsträger sicher auf fünf Jahre binden können. Wer nicht nur Rentner im Rat haben will, sondern auch junge Menschen, muss mit Veränderungen rechnen. Eine unverzeihliche politische Sünde aber bleibt ein Wechsel der Fraktion unmittelbar nach einer Wahl. Das ist Wählertäuschung.