Dass sie aufgebracht sind, daraus machen die Jugendlichen an diesem Freitag keinen Hehl. "Wir sind jung. Wir sind laut. Weil ihr uns die Zukunft klaut" – die Sprechchöre hallen durch die Gassen, so dass der Vorwurf auch bei der älteren Generation ankommt. Die Schüler fordern vehement eine Tempoverschärfung in der Klimapolitik. Ihr Urteil über diese ist deutlich: zu lahm, zu inkonsequent, zu verantwortungslos.

Video: Hanser, Oliver

Bei der Kundgebung am Münsterplatz ruft es Ann-Sophie, ein Mädchen aus Meßkirch mit blauer Mütze, laut heraus: "Ich will auch noch mit meinen Kindern Schlittenfahren gehen und Schnee sehen! Wir müssen der Welt zeigen, dass es fast zu spät ist!"

Ann-Sophie aus Meßkirch macht ihrer Wut über eine lasche Klimapolitik Luft: "Wir müssen der Welt zeigen, dass es fast zu spät ist!". Bild: Oliver Hanser
Ann-Sophie aus Meßkirch macht ihrer Wut über eine lasche Klimapolitik Luft: "Wir müssen der Welt zeigen, dass es fast zu spät ist!". | Bild: Oliver Hanser

Die Veranstalter, Schüler des Humboldt-Gymnasiums, die sich in dieser Woche hauptsächlich damit beschäftigten, die Demo zu organisieren und über WhatsApp und die sozialen Medien zu bewerben, sind sehr zufrieden mit der Resonanz. 200 Demonstranten hatten sie angekündigt, etwa 500 bis 600 sind gekommen, das bestätigt auch die Polizei.

"Das ist schon überwältigend", sagt Jannis Krüßmann, einer der Organisatoren. Die Botschaft, die die Demonstranten auf Transparenten deutlich formulieren: "Es gibt keinen zweiten Planeten."

"There is no Planet B - es gibt keinen Plan(eten) B!" – Aus Sicht der Schüler ist Klimaschutz alternativlos.
"There is no Planet B - es gibt keinen Plan(eten) B!" – Aus Sicht der Schüler ist Klimaschutz alternativlos. | Bild: Oliver Hanser

Es sieht aus, als wären sich die Konstanzer Schüler an diesem Freitag sehr einig. Es eilt, die Zeit läuft ab und es wird Zeit zu handeln, spiegeln sie der Politik und der älteren Generation ihre Meinung zur Klimapolitik in Redebeiträgen und auf den Transparenten. Das nötigt einigen Erwachsenen, die die Demo als Passanten beobachten, höchsten Respekt ab.

„Schade, dass ich nicht mehr im Schuldienst bin. Ich hätte den Schülern sofort freigegeben.“
Stadtrat Peter Müller-Neff (FGL)

Die Jugendlichen bleiben kurz und klar, nach 45 Minuten sind Kundgebung und Demo beendet. Nach diesem Erfolg wollen sie dranbleiben, auch Demonstrieren will nachhaltig sein. Abwechslungsreich sollen die Aktionen künftig an den Freitagen sein und sie dürfen weitere Kreise ziehen. Die erste Veranstaltung verheißt in jedem Fall Rückenwind.

Bilder von der Demonstration

Braunkohle wird das, was in den 1980ern die AKWs waren: ein Feindbild. Dass Jugendliche ihr sogar Grünkohl vorziehen, wird manche Eltern zuhause begeistern.
Braunkohle wird das, was in den 1980ern die AKWs waren: ein Feindbild. Dass Jugendliche ihr sogar Grünkohl vorziehen, wird manche Eltern zuhause begeistern. | Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser
Bild: Oliver Hanser

 

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €