Wieder hätten mehrere Tausend Zuschauer zum Parkplatz der Universität Konstanz kommen sollen. Sie hätten am ersten Juni-Wochenende unter anderem die Auftritte der Rapperin Juju oder des Schweizer Songwriters Faber gesehen. Die beiden Musiker wären die Höhepunkte des Campus-Festivals 2020 gewesen. Der Konjunktiv deutet es an: Hätte, wäre, sollen. Das Open Air an der Uni findet nicht statt.

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Die Entwicklungen in der Corona-Krise in den vergangenen Tagen ließen dies bereits erwarten. Inzwischen hat die Bundesregierung weitere Einschränkungen beschlossen, darunter ein Kontaktverbot und Bewegungen im öffentlichen Raum – Familien ausgenommen – nur noch maximal zu zweit.

Versammlungsverbot bis Mitte Juni verunmöglicht Festival an der Uni

Bis zuletzt hoffte Xhavit Hyseni, dessen neugegründete gemeinnützige GmbH das Festival veranstaltet, auf andere Nachrichten. „Ein Großteil der Tickets war verkauft“, sagt er gegenüber dem SÜDKURIER.

Xhavit Hyseni ist nicht nur Geschäftsführer der Eventagentur Kokon GmbH. Mit der Campus Festival Konstanz gGmbH organisiert er darüber hinaus das Open Air auf dem Uni-Parkplatz.
Xhavit Hyseni ist nicht nur Geschäftsführer der Eventagentur Kokon GmbH. Mit der Campus Festival Konstanz gGmbH organisiert er darüber hinaus das Open Air auf dem Uni-Parkplatz. | Bild: Kokon GmbH

Nach mehreren Krisensitzungen und Gesprächen mit den zuständigen Behörden der Stadt Konstanz war jedoch klar: Am Termin ist nicht festzuhalten, die Organisatoren richte sich nach dem Versammlungsverbot, das aktuell bis 15. Juni angesetzt ist.

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Geld zurück, Tickets für 2021 behalten – oder Eintrittspreis spenden

Ticketinhaber haben nun drei Alternativen. Einerseits behalten die Eintrittskarten Gültigkeit für die Ausgabe 2021, die für 4. und 5. Juni geplant ist, ansonsten gibt es den vollen Ticketpreis von knapp 55 Euro zurück. Die dritte Option: „Man kann die Tickets auch einfach an die gGmbH spenden“, erklärt Xhavit Hyseni. So wären zwar für den Einzelnen Konzert wie Geld futsch.

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„Aber wir hoffen, dass wir so einen Teil unserer Kosten decken können“, erklärt Xhavit Hyseni. Es sei bereits eine Summe „im mittleren fünfstelligen Bereich“ geflossen. „Umso mehr hoffen wir auf eine solidarische Unterstützung unserer Besucher, der Gesellschaft und insbesondere der Stadt Konstanz„, ergänzt er. Das Festival wird durch eine Art Rettungsschirm von maximal 25.000 Euro von der Stadt bezuschusst.

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Oberbürgermeister Uli Burchardt sagte jüngst im Interview mit dem SÜDKURIER in Richtung Kulturbetrieb, die Stadt wolle auch hier wirtschaftlich Verantwortung wahrnehmen.

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Verschiebung war für Campus-Festival-Veranstalter keine Option

Eine theoretisch mögliche Verschiebung hielt er für nicht sinnvoll. „Wir wollten für unsere Partner eine verlässliche Planung“, meint Hyseni. Das für Anfang Juni anvisierte Programm wäre zudem zu einem späteren Zeitpunkt nicht voll umzusetzen gewesen. „Und ich kann mir, ehrlich gesagt, auch schwer vorstellen, ob und wann in diesem Jahr noch Veranstaltungen mit mehreren Tausend Menschen in Konstanz stattfinden sollen“, sagt der Veranstalter skeptisch.

Veranstalter Gute-Zeit-Festival wollen nach Ostern entscheiden

Es stellt sich die Frage, was die Corona-Krise für das am 30. Mai geplante Gute-Zeit-Festival bedeutet? Dort will man sich laut Ümit Dagdelen, Co-Geschäftsführer der GuteZeit – Entertainment GbR, noch die Entwicklungen über die Osterfeiertage ansehen. Eine Entscheidung, ob und wann das Elektro-Open-Air in diesem Jahr stattfinden werde, erfolge dann. Eine Verschiebung ist eine der Optionen.

Musical „Fischerin vom Bodensee„ erst 2021

Für das von der Narrengesellschaft Niederburg Mitte Mai 2020 geplante Musical „Fischerin vom Bodensee„ wurde diese Möglichkeit bereits gewählt. Um ein ganzes Kalenderjahr wird die Veranstaltung im Bodenseeforum verlegt. „Wie könnten wir im Mai in eine fröhliche Uraufführung gehen, wenn es jetzt doch so viel wichtigere Dinge gibt?“, erklärt Niederburg-Präsident Mario Böhler.

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Ohnehin stehe der gesamte Verein vor der Herausforderung des eingeschränkten öffentlichen Lebens, insbesondere des physischen Miteinanders. Vereinssitzungen oder Proben fänden laut einer ergänzenden Mitteilung der Niederburg nicht statt. Die Folge: „Eine Realisierung des Musicals in 2020 wäre somit nicht nur mit Blick auf unser aller Gesundheit höchst fahrlässig, sondern auch nicht mit dem Qualitätsanspruch der Niederburg vereinbar“, heißt es in der Mitteilung.