„Wir haben bei den Übernachtungen ein Minus von um die drei Prozent“, erklärt Tourismusbüroleiterin Sabine Schürnbrand. Die Zahl lag bei rund 253.500. Doch das komme wenig überraschend. „Dass der Rekordsommer 2018 nicht zu toppen war, haben wir vorausgeahnt.“

Wechselhafter Sommer 2019

Denn anders als im Vorjahr, als das Wetter lange und stabil schön war, gab es im Sommer 2019 oft eine wechselhafte Wetterlage. Doch: „Ich sehe das nicht als dramatisch an, weil es im Gegensatz zu 2017 immer noch eine Steigerung ist.“ Daher lautet ihr Fazit: „Insgesamt können wir ganz zufrieden sein.“

Auf die Monate verteilt falle die Bilanz sehr unterschiedlich aus, so Sabine Schürnbrand. Im Frühjahr hätten sich vor allem wieder die jährlich wechselnden Ferienzeiten ausgewirkt. So habe es bei den Übernachtungen im April, in dem die Osterferien waren, sogar ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2018 gegeben.

Und besonders stark waren die Abweichungen danach: im Mai ein Minus von 20 Prozent, im Juni dagegen ein Plus von sogar 26 Prozent. Das liege aber eben an den Pfingstferien, die im Jahr 2018 früher waren als 2019.

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Weniger Übernachtungen im Juli

Entscheidend für die Gesamtbilanz sei aber jedes Jahr der Hochsommer, in dem es die meisten Gäste gebe. Und da habe es eben im Juli fast zehn Prozent weniger Übernachtungen gegeben, im August ein Minus von rund drei Prozent und im September dann eines von 1,5 Prozent.

Wechselhaftes Wetter wirke sich zudem immer besonders bei den Campingplätzen Allensbach und Hegne aus, die mit rund 81.200 Übernachtungen wie immer die wichtigsten Unterkünfte waren. Dort reisen viele Gäste spontaner an als in Hotels oder Ferienwohnungen – aber ebenso auch schnell wieder ab, wenn das Wetter kippt.

So lag das Minus bei den Übernachtungen auf den Campingplätzen sogar bei vier Prozent gegenüber 2018, aber eben immerhin um sechs Prozent höher als 2017. Ähnlich falle die Bilanz bei den Hotels aus: minus vier Prozent gegenüber 2018, aber plus zwei gegenüber 2017.

Rückgang bei Ferienwohnungen geringer

Bei den Ferienwohnungen sei der Rückgang mit einem Prozent geringer gewesen, weil diese üblicherweise schon länger vorab von Gästen gebucht würden. Und hier habe das Plus gegenüber 2017 sogar bei rund acht Prozent gelegen.

Und interessant sei noch eine andere Zahl: die der Ankünfte, was mit der Gästezahl gleichzusetzen ist. Die lag bei den Campingplätzen mit 22.600 sogar um vier Prozent höher als im Vorjahr.

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Insgesamt gestiegenes Interesse

Auch insgesamt habe es bei den Ankünften mit 47.550 Gästen ein Plus von 2,3 Prozent gegeben. Sprich: Es wollten mehr Leute hier Urlaub machen, aber sie sind schlicht nicht so lange geblieben – vermutlich wegen des Wetters.

Und so lag die durchschnittliche Verweildauer mit 5,35 Tagen niedriger als 2018 (5,67). Wobei es bei den Ankünften gegenüber 2017 sogar ein Plus von rund acht Prozent gegeben habe.

Das eigentlich also weiter gestiegene Interesse von Gästen an Allensbach als Urlaubsziel hänge sicher auch mit dem recht großen Angebot an Führungen und Kulturveranstaltungen zusammen, meinen Schürnbrand und ihre langjährige Mitarbeiterin Ulla Hirschböck.

Führungen sind beliebt

„Unsere Führungen sind sehr gut angenommen worden“, so Schürnbrand. Das gelte sowohl für Klassiker wie die Führungen in Hegne von Ira Brust und Susanne Fellhauer-Hofmann, die regionalen Kochkurse von Heike Barz oder die Streifzüge mit dem Ur-Allensbacher Ludwig Egenhofer, die weiterhin gut gebucht waren, als auch für Angebote, die 2019 neu waren. Bei Egenhofers Gässletouren gingen viele Leute mit.

kulinarische Abendrundfahrten

Neu waren ferner die kulinarischen Abendrundfahrten zusammen mit den Schifffahrtsbetrieben Baumann und dem Koch Klaus Neidhard. „Die waren komplett ausverkauft“, so Hirschböck. Und das sei ebenso bei dessen zwei Kochkursen gewesen. Hier sei sogar der erste Kurs 2020 bereits wieder ausverkauft. Wobei Schürnbrand betont, dass Führungen und Kurse auch für Sondertermine gebucht werden könnten.

Und es werde daher in diesem Jahr nicht nur alles weiter angeboten, es kämen noch neue Sachen dazu. Ludwig Egenhofer biete nun auch eine Familientour mit Kaspar und Seppel im Dorf an sowie eine Familienradtour zum Walderlebnispfad. Und er mache nun auch noch zusammen mit Franz Scheppe, Peter Sonntag und Edwin Braun Traktorfahrten auf deren historischen Fahrzeugen.

Hohes Interesse an Kultur

Zudem arbeite das Tourismusbüro weiter am neuen Wanderwegekonzept namens Naturkino, so Schürnbrand. Hier hoffe man noch auf einen positiven Bescheid von der Tourismusförderung des Landes.

Bei der Kultur habe sich wie in den Vorjahren gezeigt, dass oft Gäste nach den Veranstaltungen fragen und dann deshalb Übernachtungen buchen. Weil die Konzerte auch bei Einheimischen beliebt seien, waren alle Konzerte ausgebucht.

Auch bei der Umsonst-und-draußen-Reihe im Seegarten seien alle Konzerte gut besucht gewesen. Wobei hier erstaunlich gewesen sei: Trotz des wechselhaften Wetters konnten alle Konzerte tatsächlich zum ersten Mal draußen stattfinden.