Als „etwas ganz Besonderes“ beschreibt der Konstanzer Schauspieler Oliver Wnuk das „Daheim – eine Odyssee“-Projekt der Konstanzer Philharmonie, für das er vor Kurzem in seiner Heimat war. Dass er dabei an der Seite von 600 Konstanzern auf der Bühne stand, habe ihm viel bedeutet. Vor allem, da sie zum Großteil Schüler der Geschwister-Scholl-Schule waren und viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt hatten. Seine eigene Schauspielkarriere begann in Konstanz auf der Bühne ebendieser Schule, dort entstand in ihm der Wunsch, Schauspieler zu werden. Daher konnte er in den Schülern Parallelen zu seiner Jugend erkennen. Das ganze Projekt beschreibt er als „die beste Art einer Stadt, Kultur zu machen“.

Schauspieler und Drehbuchautor Oliver Wnuk, hier bei einer Probe zum Projekt „Daheim – eine Odyssee“ der Philharmonie Konstanz
Schauspieler und Drehbuchautor Oliver Wnuk, hier bei einer Probe zum Projekt „Daheim – eine Odyssee“ der Philharmonie Konstanz | Bild: Nikolaj Schutzbach

Ein Film in Konstanz

Ein Herzensprojekt wird nun auch sein nächster Film, den er für die ARD dreht. Einen Namen hat der Film noch nicht, Drehbeginn ist Mitte Oktober, Drehort Konstanz. Für Wnuk geht damit ein Traum in Erfüllung. „In Konstanz eine eigene Geschichte zu verfilmen ist ein lang gehegter Wunsch, der endlich in Erfüllung geht“, sagt Wnuk. Daher sei es für ihn wie „Weihnachten und Silvester gleichzeitig“ gewesen, als Konstanz zum Drehort bestimmt wurde.

Auch Konstanzer Kinder und Erwachsene sollen in dem Film als Komparsen mitspielen. Für Kinder werden es nicht nur Statistenrollen sein: Sie sollen eine Kindergartengruppe darstellen, in der es einige größere Rollen geben wird (siehe Infokasten unten).

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Bis auf Wnuk, der auch das Drehbuch schrieb, stehen noch keine Schauspieler fest, das Casting läuft noch. Regie wird Katja Benrath führen, die für ihre Arbeiten schon einige Auszeichnungen erhielt. Ihr kürzlich im Kino laufender Film „Rocca verändert die Welt“ erhielt dieses Jahr den Deutschen Filmpreis und ihr Kurzfilm „Watu Wote – All of us“ wurde 2017 mit dem Studentenoscar ausgezeichnet.

Die Regisseurin Katja Benrath, die dieses Jahr mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, wird die künstlerische Leitung übernehmen
Die Regisseurin Katja Benrath, die dieses Jahr mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, wird die künstlerische Leitung übernehmen | Bild: Florian Hirschmann

Nicht nur Wnuk, auch die Regisseurin hat persönliche Beziehungen zum Bodensee. Ihre Patentante kommt aus Lindau, in der Gegend um Friedrichshafen war sie ab und an, Konstanz kennt sie bisher noch nicht. Benrath freut sich besonders darauf, eine filmisch noch unverbrauchte Region ins Fernsehen bringen zu können.

Die erste Locationtour

Drehorte stehen noch nicht fest. Beim ersten Konstanz-Besuch der Produzenten und der Regisseurin stellte Wnuk vor Kurzem die interessantesten Plätze seiner Heimat vor. In den weiteren Locationtouren der kommenden Monate werden die Entscheidungen gefällt. Wichtige Fragen dabei sind vor allem logistischer Natur. Reicht der Platz zum Drehen? Bekommt man eine Dreherlaubnis?

Beginn der Dreharbeiten wird Mitte Oktober sein. Denn den Herbst in Konstanz findet Wnuk besonders schön. Auch Benrath hofft auf einen goldenen Herbst.

Buntes Herbstlaub am Bodensee auf einer Promenade am Rande der Mainau. Ein möglicher Drehort?
Buntes Herbstlaub am Bodensee auf einer Promenade am Rande der Mainau. Ein möglicher Drehort? | Bild: Janina Käppel

Ein Film komplett in Konstanz

Besonders an dem Film ist, dass er ausschließlich in Konstanz gedreht wird. Für eine Stadt ohne eigenes Filmteam ist das unüblich. Auch der Tatort hatte aus Kostengründen nur wenige Drehtage hier, der Rest fand zum Großteil in Baden-Baden und Karlsruhe statt. Das wird bei Benraths Projekt nicht der Fall sein, was Wnuk besonders wichtig war.

Dass der Film letztendlich nach Konstanz kam, war trotzdem eher Zufall, denn eigentlich sollte es eine Geschichte werden, die in Berlin spielt. Das war den Verantwortlichen der ARD allerdings nicht originell genug. Wnuks zweite Idee war Konstanz. In Konstanz spielende Projekte plant er oft, wie auch seinen jüngsten Roman. „Wenn ich mir Geschichten ausdenke, komme ich immer wieder im Kopf nach Konstanz zurück“, sagt er.

Schauspieler Oliver Wnuk an der Seepromenade in Konstanz
Schauspieler Oliver Wnuk an der Seepromenade in Konstanz | Bild: Tillmann P. Gangloff

„Keine Postkarte schicken“, will Regisseurin Katja Benrath

Einen rein touristischen Blick auf Konstanz und seine Sehenswürdigkeiten wird es nicht geben. „Wir wollen ja keine Postkarte schicken“, so Katja Benrath. Es gehe um eine authentische Familie, deshalb werde an authentischen Orten gedreht.

Konstanz wird aber definitiv erkennbar sein. „Ich als Konstanzer möchte diese Stadt zeigen“, sagt Oliver Wnuk. Auch der See werde auf jeden Fall eine große Rolle spielen, erzählt Benrath.

Die Weite des Bodensees, im Herbst mit Blick auf die Mainau. Dies könnte im neuen Film von Oliver Wnuk zu sehen sein.
Die Weite des Bodensees, im Herbst mit Blick auf die Mainau. Dies könnte im neuen Film von Oliver Wnuk zu sehen sein. | Bild: Janina Käppel

Worum geht es im Film?

Der Film erzählt von Freddy, einem Erzieher, und seiner Familie. Freddy ist sehr heimatverbunden, möchte gerne in Konstanz bleiben. Seine Frau hingegen, eine erfolgreiche Kinderonkologin, möchte für ihren Beruf nicht immer nach Zürich pendeln. Es geht auch um die Probleme eines Kindergartens, um die Rollenbilder von Mann und Frau und die Frage: Was ist wichtig im Leben? Ein reiner Problemfilm soll es nicht werden, auch humorvolle Szenen sind geplant.

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Freddy ist ein interessanter Mensch. Er war nicht immer Erzieher, hat seine Frau während des Medizinstudiums kennengelernt. Arzt ist er jedoch nicht geworden, sondern seiner Berufung als Erzieher gefolgt. Warum, das wird man im Film erfahren.

Oliver Wnuk auf der Bühne für das „Daheim – eine Odysee“-Projekt der Philharmonie Konstanz
Oliver Wnuk auf der Bühne für das „Daheim – eine Odysee“-Projekt der Philharmonie Konstanz | Bild: Ilja Mess

Eine Filmreihe ist geplant

Dass es weitere Filme in Konstanz geben wird, ist gut möglich. Es ist ein in sich abgeschlossener Film, doch Wnuk und die ARD haben eine Reihe geplant. Die Entscheidung dazu hängt jedoch hauptsächlich vom Erfolg des Films ab.

Aufruf zum Kinder-Casting

Für einen ARD Film, der im Oktober/November in Konstanz gedreht wird, sucht die Produktionsfirma Amusement Park Films GmbH Jungen und Mädchen im Alter von vier bis sechs Jahren, die nicht schüchtern sind und Lust haben, bei einem Film mitzuspielen.

Für die Rolle einer 13-Jährigen werden Mädchen im Alter von 13-15 gesucht, gerne mit Schauspielerfahrung.

Bei Interesse und Fragen schicken Sie bitte eine E-Mail an produktion@amusementpark-films.com, dort erhalten Sie weitere Informationen.

Komparsen gesucht

Bewerbungen als Komparse schicken Sie bitte mit Bild (Portrait und Ganzkörper) und Angaben zu Alter und Größe an komparsen@amusementpark-films.com