Ungewöhnlich schnell muss es gehen für ein solch wichtiges Thema: Die Stadtverwaltung will einen laut Ratsvorlage "sehr kurzfristig" getroffenen Förderaufruf des Bundesinnenministeriums nutzen, um mehr als zwei Millionen Euro für die insgesamt 4,75 Millionen Euro teure Erweiterung der Schänzlehalle abzugreifen.

Erst Anfang August sei die Stadt vom Städtetag des Landes über das Bundesprogramm zur Sanierung von Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen informiert worden. Wegen der Kürze der Zeit wird die Vorlage nun ohne Debatte als öffentliche Offenlage behandelt.

Plan der Stadt: Baubeginn im zweiten Quartal 2020

Einreichen musste die Stadt den Antrag bis Ende August, der Beschluss des Gemeinderats muss bis 20. September nachgereicht werden. Vorbehaltlich dessen Zustimmung – sie gilt als wahrscheinlich –, sieht die Verwaltung folgenden Zeitplan für den Erweiterungsbau vor: Planung und Ausschreibung von 70 Prozent der Gewerke im Jahr 2019, Baubeginn im zweiten Quartal 2020, Abschluss des Projekts Ende 2021.

Kosten für die Stadt: Rund 2,6 Millionen Euro

In die beiden letzten Jahre würde der Großteil der Kosten fallen. Die Stadt würde den Bau der beiden übereinander liegenden Hallenteile zu 55 Prozent oder rund 2,6 Millionen Euro (davon 2020 und 2021 zusammen mehr als 2,3 Millionen Euro) selbst tragen, 2,1 Millionen kämen aus der Förderung.

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Mit Entscheidung ist noch im Oktober dieses Jahres zu rechnen

Die Stadt will später als Eigentümer auftreten. Die Gymnastikhalle würde an den Turnverein vermietet. Bewilligt der Bund die Förderung, so die Verwaltung, müsse mit dem Innenministerium geklärt werden, wie das Mietmodell auszusehen habe, damit es zu keinen förderrechlichen Problemen komme.

Die Entscheidung des Bundes soll laut Stadtverwaltung noch in diesem Oktober fallen, anschließend könnten die ausgewählten Gemeinden ihre Anträge noch einmal konkretisieren. Die Erteilung eines Bescheids sei für Dezember 2018 geplant.

Landtagsabgeordnete Erikli unterstützt Förderantrag

Die Gemeinderatsfraktionen hatten sich ebenso wie der Sportausschuss und die Vereine fast einhellig für die Erweiterung der größten Konstanzer Sporthalle ausgesprochen. Mit Nese Erikli (Grüne) schaltet sich nun auch die Landtagsabgeordnete ein. In einem Schreiben an Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) bittet sie um Unterstützund für den Förderantrag der Stadt. Die Vorgaben vom Bund sehen eine Stellungnahme des jeweils zuständigen Landesministeriums vor.

Wegen verschiedener Baumaßnahmen, so Erikli, sei mit dem Wegfall von drei städtischen Sporthallen zu rechnen. Für die Erweiterung der Schänzlehalle sprächen unter anderem die Tatsache, dass sie eine der meistenutzten Sport- und Freizeitflächen in Konstanz sei und der Sport ein hohes Potenzial für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und bei der Integration besitze. Mit ähnlichen Worten hatte sich zuvor der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (CDU) an den zuständigen Minister, Horst Seehofer (CSU), gewandt.

Die Vorlage der Verwaltung liegt in dieser Woche von Dienstag bis Donnerstag (9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr) und am Freitag von 9 bis 12 Uhr in Zimmer 1.04 im Rathaus Konstanz öffentlich aus