Wird's licht im Gebiss, hilft das Provisorium. Damit auf dem Teller auch mal mehr landet als Suppe. Es ist aber nicht von langer Dauer. Klar, es trägt seinen Namen zu recht, sein Einsatz ist vorläufig, behelfsmäßig, probeweise, also von eingeschränkter Dauer – bis der endgültige Zahnersatz fertig ist. Die Konstanzer kennen sich mit Provisorien aus. Nicht, weil sie in der Zahnpflege nachlässig sind. Sondern, weil sie damit zu leben gelernt haben. Stichwort Bahnhofplatz: Die Begegnungszone fristet seit Jahren ein vorübergehendes Dasein.

Bis das C-Konzept umgesetzt ist. Der Bahnhof selbst ist mit dessen Barriere(un)freiheit der Inbegriff eines Provisoriums. Stichwort Marktstätte: fertige Pläne vor Jahren für eine Sanierung, doch stattdessen eine provisorische Befestigung losen Untergrunds. In diesem Jahr soll sich das ändern. Ja. Nun das nächste Provisorium, die Gestaltung des Konzilvorplatzes. Blümchen für eine schönere Optik und als Reaktion auf andauernde Kritik am schmucklosen Platz mit schmucklosen Waschbetonbrunnen. Provisorien, nichts Halbes und nichts Ganzes. Behelfsmäßig halt, um länger an einer Sache kauen zu können.