Für ein relativ kleines Haus wie das Casino in Konstanz ist das ein beachtliches Ergebnis für das Jahr 2019. Baden-Baden und Stuttgart hatten im vergangenen Jahr ein Bruttospielergebnis, das einem Umsatz nahe kommt, von 30,4 und 53,5 Millionen Euro. Es sind aber erheblich größere Spielcasinos. Alle drei Häuser zusammen haben ihre Rekordmarke erneut übertroffen. Sie haben 107 Millionen Euro Umsatz erzielt. Darüber freut sich insbesondere das Land Baden-Württemberg, aber auch die Stadt Konstanz.

100-prozentige Tochter des Landes

Warum? Die drei Häuser arbeiten unter dem Dach der Baden-Württembergischen Spielbanken GmbH. Das ist eine 100-prozentige Tochter des Landes. Erst im Jahr 2015 war die Konzession für den Betrieb der drei Casinos neu vergeben worden. Nicht nur die bisher betreibende Gesellschaft hatte sich darum beworben, auch ein Interessent aus der Schweiz. Am Ende erhielt die Spielbanken GmbH erneut den Zuschlag, an deren Spitze steht Otto Wulferding.

Otto Wulferding, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Spielbanken.
Otto Wulferding, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Spielbanken. | Bild: Reinhardt, Lukas

Insgesamt 107 Millionen Euro Umsatz

„Bei aller Konkurrenz durch Online-Glücksspiele – unsere Besucher schätzen das Lebens- und Spielgefühl in den Casinos. Sie wollen die Live-Atmosphäre in den Casinos und honorieren die Kompetenz unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die dem Spiel das Gesicht geben“, wird Wulferding in einer Pressemitteilung seines Unternehmens zitiert. Damit wollte er seiner Freude Ausdruck verleihen, dass die drei Casinos im Land mit dem Umsatz von 107 Millionen Euro einen Rekord eingefahren haben. Auch das Konstanzer Casino hatte kräftigen Zuwachs, nachdem die Besucherzahlen im Jahr zuvor zurückgegangen waren.

Parkplatz ist erneuert worden

Als Grund hierfür nannte Wulferding in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER im vergangenen Jahr die Umbauarbeiten an dem Haus an der Seestraße. So war der Parkplatz erneuert worden, was eine Sperrung der Fläche nach sich zog. Zudem hat das Casino für die Barrierefreiheit einen Aufzug eingebaut und die Außenanlagen gerichtet.

Agron Salihi, Direktor des Konstanzer Casinos.
Agron Salihi, Direktor des Konstanzer Casinos. | Bild: Reinhardt, Lukas

Viel Geld in das Haus investiert

Es waren nicht die ersten Arbeiten an und in dem Konstanzer Haus. In den zurückliegenden zehn Jahren hat die Spielbanken GmbH immer wieder viel Geld in die Hand genommen, um es zu renovieren, sanieren, und vor allem: modernisieren. Denn: Das Casino sollte das angestaubte Flair verlieren. Was ihm wohl gelungen ist. Vor sechs Jahren, nach Abschluss großer Umbauarbeiten, verzeichnete Agron Salihi, Direktor des Konstanzer Spielcasinos, mehr Besucher. Das hat sich fortgesetzt. Im vergangenen Jahr waren es knapp 111 000, ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Jahr 2018.

Ein Plus von 8,6 Prozent

In Umsatzzahlen bedeutet das: 2019 erzielt das Konstanzer Casino einen Umsatz von 23,4 Millionen Euro, ein Plus von 8,6 Prozent. Vor allem das Automatenspiel im Haus am Bahnhofplatz ist gefragt. Im Jahr 2018 waren es 21,6 Millionen Euro, ein Minus gegenüber 2017 von 4,2 Prozent – eben wegen der Umbauarbeiten am Casino. Im Jahr 2009 erreichte die Konstanzer Spielbank noch einen Umsatz von 13,9 Millionen Euro bei 91.800 Besuchern. Ein erheblicher Teil der Einnahmen geht an das Land. Etwa drei Millionen Euro erhält die Stadt Konstanz als Abgabe.

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Hälfte der Gäste aus der Schweiz

Etwa die Hälfte der Gäste kommt aus der Schweiz, erklärte Geschäftsführer Otto Wulferding im vergangenen Jahr. Wobei das Konstanzer Casino seit der Liberalisierung im Nachbarland erheblich Konkurrenz bekommen hat. So gibt es im Umkreis von etwa 70 Kilometern in St. Gallen, Schaffhausen und Baden Spielcasinos, ebenso in Zürich, Pfäffikon, Bregenz und Lindau. Nicht nur mit optischen Arbeiten an dem Haus, auch konzeptionell hat das Casino versucht, attraktiv zu bleiben und sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Glück hatte es weniger mit der Gastronomie, deren Betrieb seit 2012 mehrfach wechselt. Damals hatte das Casino das eigene Restaurant wegen anhaltenden Defizits abgegeben und die Räume verpachtet.

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