Konstanz Die Mainaustraße ist nicht genug: Die Bürgervereinigung Allmannsdorf will noch mehr Tempo 30-Zonen im Ort

Die Allmannsdorfer freuen sich über die neue Tempo 30-Zone, doch die Bürgervereinigung wünscht sich noch weitere Punkte, an denen die Begrenzung gelten soll.

Zufrieden steht Sven Martin an der Mainaustraße in Allmannsdorf gegenüber der Grundschule und beobachtet den Verkehr. Seit gut zwei Monaten dürfen Autos hier zwischen sieben und 18 Uhr nur noch 30 Stundenkilometer fahren. "Wir haben seit 20 Jahren für eine Begrenzung gekämpft", sagt Martin, Vorsitzender der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS). "Die neuen Schilder bringen was, auch wenn sich noch längst nicht alle daran halten."

Eine Gesetzesänderung ermöglicht es neuerdings, Tempo 30 auch auf Bundesstraßen festzuschreiben – etwa vor Kindergärten, Schulen oder Altersheimen. In Allmannsdorf sollen auf diese Weise die Grundschule und eine Spielgruppe des Kinderschutzbundes am Ortsausgang geschützt werden. "Schade allerdings, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nur tagsüber und nicht in den Ferien gilt", sagt Sven Martin.

"Ein kleiner Wermutstropfen ist es auch, dass die viel befahrene Kreuzung vor dem Edeka nicht in die Regelung einbezogen ist." Wo genau Tempo 30 beginnt, könnten Autofahrer wegen eines Schilderwaldes zudem nicht richtig erkennen. Sie fragen sich, ob das blaue Radfahrer-Fußgänger-Schild davor abmontiert werden könnte.

Verwirrender Schilderwald an der Kreuzung in Allmannsdorf: Aus Sicht einiger Bürger ist das Tempo-30-Schild nicht gut zu erkennen. Sie fragen sich, ob das blaue Radfahrer-Fußgänger-Schild davor abmontiert werden könnte.
Bild: Kirsten Schlüter

Es gibt noch mehr Verbesserungsbedarf

Zwei weitere BAS-Mitglieder sehen noch mehr Verbesserungsbedarf. "Damit die Fußgänger wirklich sicher über die Mainaustraße gelangen, wäre eine Querungshilfe auf Höhe des Penny-Marktes sinnvoll", greift Manfred Riedle einen lang gehegten Wunsch vieler Bürger auf. Auf einer Bundesstraße sei das aber wohl nicht machbar.

Zumindest ein mobiles Messgerät, das je nach gefahrener Geschwindigkeit einen lachenden oder traurigen Smiley anzeigt, würde Riedle sich dort wünschen. Ob dies machbar wäre, beantwortet die Stadtverwaltung trotz mehrfacher Nachfrage nicht. Genauso wenig wie die Fragen des Allmannsdorfers Siegfried Musterle: "Werden alle Tempo-30-Schilder, die vor Schulen, Kitas und Altersheimen stehen, tatsächlich in den Schulferien zugeklappt? Und wenn ja, welcher Mitarbeiter muss dafür die Runde durch die Stadt machen?" Schließlich wurden die neuen Tafeln eigens für diesen Zweck mit Schräubchen ausgerüstet.

Verleiten ausgeschaltete Ampeln zum Rasen?

Siegfried Musterle hat ein weiteres Anliegen: "Wenn die Ampeln ausgeschaltet sind, rasen die Laster und Autos zur oder von der Fähre, ob morgens um fünf Uhr oder spätabends. Eine weitergehende Geschwindigkeitsbegrenzung aus Lärmschutzgründen wäre toll." Hier könnte sich demnächst etwas bewegen. "Der Lärmaktionsplan ist gerade in der Anhörung", sagt Martin Wichmann, stellvertretender Leiter des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, auf SÜDKURIER-Nachfrage.

Der Plan sieht Tempo 30 in mehr Stadtgebieten und ohne zeitliche Einschränkungen vor. Experten analysierten dazu die Lärmbelastung an Konstanzer Hauptverkehrsstraßen; dazu zählt auch die Mainaustraße. "Für Allmannsdorf werden sich damit künftig die aufgeworfenen Punkte ändern, das heißt, es könnte ganztägig Tempo 30 gelten, von der Kreuzung Jungerhalde bis zur Gärtnerei Spiegel am Ortsausgang Richtung Mainau", so Wichmann. Der Gemeinderat entscheidet voraussichtlich im Januar 2018 über den Lärmaktionsplan.

Der Lärmaktionsplan

Die Stadt Konstanz ließ durch ein externes Ingenieurbüro die Lärmbelastung an den Hauptverkehrsstraßen analysieren. Dazu zählen Bundes- und Landesstraßen mit mehr als 8200 Fahrzeugen pro Tag. Dies sind die Spanierstraße und Reichenaustraße, Obere und Untere Laube, Radolfzeller Straße, Mainaustraße (hier liegt die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke zwischen 11.300 und 12.500 Fahrzeugen pro Tag), Bodanstraße und der Rheinsteig. Die Stadt schlägt für die Lärmschwerpunkte vor, Tempo-30-Bereiche einzurichten.

Das betrifft in in Allmannsdorf die Mainaustraße zwischen Staader Straße/Bettengasse und Egger Straße/Zur Allmannshöhe. Auf der Schiffstraße bis zur Fähre ist laut Stadt keine Geschwindigkeitsbegrenzung möglich. Dort sei die durchschnittliche Verkehrsstärke zu gering.

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