Sie roch doch sehr nach Werbung in eigener Sache, diese Veranstaltung der Stadtwerke über die Auswirkungen verschiedener Tarifmaßnahmen: Kurzstrecke, und sonst nichts, alles andere ist unwirtschaftlich, sinnlos oder vergrault Stammkunden. So lautete die Einschätzung des städtischen Verkehrsunternehmens davor, so lautet sie auch nach den Präsentationen. Mitnichten ist die Einführung einer Kurzstrecke eine schlechte Idee.

In anderen Gemeinden ist die Kurzstrecke lange bekannt

Wer im Regen steht, wird eher mit dem Bus statt mit dem Auto ins Büro, ins Kino oder zu Freunden fahren, wenn das Ticket 1,50 statt 2,50 Euro kostet. Umso besser, wenn sie oder er es dank App gar nicht mehr kaufen muss, sondern sich spontan entscheiden kann und einfach einsteigt. Der Weisheit letzter Schluss ist die Kurzstrecke aber nicht, für andere Gemeinden ist sie dagegen ein ziemlich alter Hut.

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Die Stadt und ihre 100-Prozent-Tochter werden mittelfristig nicht an kreativeren Lösungen vorbeikommen, um nachhaltig Autos von der Straße zu bekommen – und nicht womöglich nur Radfahrer und Fußgänger. Ideen gibt es bereits: ein Abo fürs Winterhalbjahr, wenn viele Radler und Fußgänger aufs Auto umsteigen oder die Umleitung von Einnahmen durch die städtischen Parkhäuser als Querfinanzierung an die Stadtwerke zugunsten der Bustarife.

Nicht alles liegt in den Händen von Stadtwerke und Stadt Konstanz

Man muss den Planern der Stadt bei alledem zugute halten: die Entscheidungen darüber liegen nicht allein in ihrer Hand. Die gesetzlichen Regelungen, beispielsweise was die Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs durch Steuermittel angeht, sind hart, werden nur langsam weicher und sind längst nicht an die Gesellschaft der Zukunft angepasst. Drastische Preissenkungen für Bus oder Bahn sind ohne sie aber schwer vorstellbar.