Ziad Salem hat schon immer davon geträumt, im Ausland zu studieren. In seinem Heimatland Syrien bekommt der beste Student der Uni ein Stipendium für ein Studium im Ausland. Doch der Krieg machte ihm zunächst einen Strich durch seine Pläne. Nach Deutschland geflüchtet, studiert der 27-Jährige heute im vierten Semester in seinem englischsprachigen Master an der Uni Konstanz. Er will Informatiker werden – "meine Leidenschaft", sagt Salem und lächelt.

Da er alle erforderlichen Nachweise erbringen konnte, wurde ihm sein erster Studienabschluss in Deutschland anerkannt. „Ich wollte Syrien nicht verlassen, bevor ich alle Unterlagen zusammen hatte“, sagt er. Er ist einer von 21 Geflüchteten, die derzeit an der Uni Konstanz immatrikuliert sind. Der Einstieg in das deutsche Studium war nicht leicht. Zu Beginn gab es Probleme bei der Wohnungssuche und den Formalitäten. „Herausforderungen gibt es immer, aber sonst wäre es auch langweilig“, sagt Salem. Mittlerweile wohnt er im Studentenwohnheim. Sein Deutsch ist gut, er scheint in Konstanz angekommen. Das, sagt Salem, habe er auch dem Auslandsamt der Uni zu verdanken.

Unterstützung zu Beginn wichtig

„Unterstützung ist beim Einstieg ins Studium sehr wichtig“, sagt Alexandra Frasch, Koordinatorin für internationale Studierende am International Office der Uni Konstanz. „Es geht dabei vor allem um die erste Orientierung im deutschen Studiensystem.“ Konkret beinhalte das: Unterstützung bei der Wohnungssuche, der Finanzierung und den erforderlichen Anträgen und Unterlagen. Dabei arbeiten die beiden Konstanzer Hochschulen eng zusammen und bieten gemeinsame Angebote an. Für die Integration von Flüchtlingen haben die Universität und die HTWG in den vergangenen Jahren eine Förderung der Bundesregierung erhalten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst unterstützt die deutschen Hochschulen im Rahmen von zwei verschiedenen Förderprogrammen: Integra und Welcome.

Ziad Salem hat schon vor seinem Umzug nach Konstanz Deutsch in einem Integrationskurs gelernt. Einen kostenlosen Sprachkurs der Uni musste er nicht in Anspruch nehmen. Mit dem DAAD kam Salem trotzdem in Berührung: Er hat den DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an seiner Uni gewonnen. Als Belohnung für seine Leistungen auf studentischer und sozialer Ebene erhält er 1000 Euro. Er engagiert sich unter anderem für neue internationale Studenten im Fachbereich Informatik. „Ich fühle mich gut, wenn ich etwas freiwillig mache“, sagt er. Durch die Mitarbeit an der Uni will er seine Sprachkenntnisse weiter verbessern und neue Leute kennenlernen.

Das Ziel ist ein Auslandsaufenthalt

Bis zu seinem Masterabschluss will Salem noch ein Auslandssemester absolvieren. Am liebsten in Großbritannien, sagt er: „Es wird aber schwierig, das zu organisieren.“ Der Grund: Salem genießt als syrischer Staatsbürger nicht die gleichen Freiheiten wie Auslandsstudenten innerhalb der Europäischen Union. Trotzdem will er seinen Plan in die Tat umsetzen. Hilfe bekommt er dabei von der Universität. Alexandra Frasch meint: „Es ist doch ein schönes Zeichen, wenn jemand hier schon so verwurzelt ist, dass er gerne noch ein Auslandssemester machen will.“