Chinesische Messtechnik für japanische Klimaanlagen lässt sich für wenige Euro in ein selbstgebautes Feinstaubmessgerät verwandeln. Das nötige Material kann übers Internet direkt in China bestellt werden, die weiteren Teile gibt es im nächstgelegenen Baumarkt. Die Kosten: etwa 30 Euro, berichtet Frank Riedel vom Verein Open Knowledge Foundation Deutschland in Stuttgart.

Die Messgeräte werden mit dem heimischen WLAN verbunden und senden alle zweieinhalb Minuten ihre Daten per Internet an ein Zentralsystem, wo diese gespeichert, aufbereitet und auf einer Internetseite dargestellt werden. Das sei deutlich mehr, als von den offiziellen Messstellen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) erfasst beziehungsweise veröffentlicht würden, erläuterte Riedel. Angefangen hätten sie in Stuttgart. Dort sind mittlerweile weit über 300 Sensoren im Einsatz, in Deutschland 2000 und weltweit bereits 3000.

Bereits 20 Bausätze gibt es in Konstanz

Nun sollen sich auch Konstanzer an den Messungen beteiligen. Mit Unterstützung der Freien Grünen Liste konnten bereits rund 20 Bausätze beschafft werden. Erhard Bühler hat einen davon gekauft. "Interesse", begründete er seine Entscheidung. Er möchte gerne an der Entwicklung um dieses vieldiskutierte Thema teilhaben, ergänzte er.

Eine Bestell-, Bau- und Betriebsanleitung stellt Riedels Verein auf seiner Internetseite bereit. Die Erläuterungen dürften kaum schwerer zu lesen sein als die eines bekannten schwedischen Herstellers für Möbel. Trotzdem lässt sich Bühler von Stefan Herold helfen, einem der Unterstützer in Konstanz, den das Stuttgarter Feinstaub-Projekt gewinnen konnte. Am kompliziertesten ist es, die Buchsen so auf die Stifte (Pins) zu stecken, dass sie nicht wieder herunterrutschen. Das erfordert eine ruhige Hand und ein sicheres Auge. Stellt sich noch die Frage nach der Genauigkeit dieses Messgeräts. Über 90 Prozent, hat laut Riedel eine Untersuchung am Karlsruher Institut für Technologie ergeben.

 

Informationen zur Initiative: http://www.luftdaten.info