Konstanz Die Bahnschranken in Petershausen sind schon unten, wenn der Zug in Wollmatingen losfährt

Die langen Schließzeiten an den beiden Petershauser Bahnübergängen sorgen für Verärgerung bei wartenden Fußgängern, Auto- und Radfahrern. Die geschlossenen Schranken zu überqueren ist lebensgefährlich – und teuer.

Der Blick geht nach links, nach rechts, auf die Armbanduhr. Jemand wischt ungeduldig über das Smartphone, atmet mehrfach hörbar durch, schüttelt den Kopf und beginnt zu grummeln. Wieder einmal warten auf den vorbeifahrenden Zug an einem der beiden Bahnübergänge von Petershausen. Gefühlt warte man nirgends so lange wie hier, sagt er noch schnell und radelt los, als die Schranke nach einigen Minuten wieder öffnet. Seinen Unmut teilt er mit vielen, seine Geduld trotz eisiger Temperaturen nicht.

"Es kommt immer wieder vor, dass die geschlossenen Bahnschranken von Fußgängern und Radfahrern missachtet werden", sagt Markus Sauter, Sprecher der Polizei Konstanz. Als Hauptverkehrsachse sei der Bahnübergang in der Petershauser Straße besonders betroffen.

Die Deutsche Bahn schweigt

Die Deutsche Bahn ließ mehrere Anfragen der Redaktion zu Grund und Dauer der Schließzeiten unbeantwortet. Sie scheinen jedoch mit der Dichte der Haltepunkte zusammenzuhängen. Wenn in der Schneckenburgstraße optische und akustische Signale das Senken der Schranken ankündigen, fährt der Seehas aus Richtung Radolfzell am Bahnhof Wollmatingen los. Nur: Er hält nach etwa anderthalb Kilometern eben auch noch am Fürstenberg.

Polizei warnt vor Leichtsinn

Die Polizei will für mögliches Fehlverhalten – also die Überquerung bei geschlossenen Schranken – nicht längere Schließzeiten der Bahnschranken ausmachen, sondern Ungeduld der Verkehrsteilnehmer, "verbunden mit fehlendem Unrechtsbewusstsein und vor allem Leichtsinn, der schnell auch tödlich enden kann", sagt Markus Sauter. Seine Kollegen von der Bundespolizei haben an der Petershauser Straße einen Mann angezeigt, der trotz geschlossener Halbschranken den Bahnübergang mit seinem Fahrzeug überquert habe.

Strafe ab 350 Euro

Die Strafe, die den Mann wegen der Missachtung des geschlossenen Bahnübergangs erwartet haben dürfte, ist empfindlich. Fußgänger oder Fahrradfahrer müssen mit einem Bußgeld von 350 Euro rechnen, Autofahrer mit dem Doppelten, zwei Punkten in Flensburg und einem dreimonatigen Fahrverbot.

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